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Reisetagebuch

Las Vegas

Am 18. September sind wir Mittags in Zürich in den Edelweiss-Flieger nach Las Vegas gestiegen und durch die Zeitverschiebung wieder am 18ten Mittags in Vegas ausgestiegen. Durch das umfangreiche Entertainment-System mit Filmen und Spielen bis zum Abwinken war's ein ganz angenehmer Flug. Wenn ein Flug in der "Holzklasse" denn überhaupt angenehm sein kann........

Am Ami-Zoll waren wir dann voll auf freundlich gebürstet und haben artig die Fragen beantwortet. Unsere Freundlichkeit hat nicht wirklich auf die Beamten abgefärbt. Aber schlussendlich muss man das einfach über sich ergehen lassen. Da standen wir dann ausserhalb des Flughafens und haben mal ne Zigi geraucht. Temperaturmässig ein leichter Unterschied zu Zürich, aber im Schatten aushaltbar. Ein Taxi hat uns dann zum Hotel Bally's gebracht. Wir haben eingecheckt und das Zimmer bezogen. Das Bally's liegt ziemlich zentral am Strip. Die bekannten Casinos Bellagio, Ceasers Palace, Paris und Planet Hollywood sind alle in der Nähe.

Am Abend sind wir dann mal losgezogen und waren erst mal von der Grösse der Casinos etc. geplättet. Schon krass, was die da hingestellt haben. Die Hütten sind auf gefühlte unter null runter gekühlt und das alles in der Wüste.........

Die erste Nacht in Vegas ging mit etwas gambeln, noch teure Drinks schlürfen und dem Bestaunen der "Strip-Lichtshow" und den Belaggio-Wasserspielen vorbei wie im Flug. Das gilt eigentlich für das gesamte Wochenende, dass dann noch mit ausgiebig shoppen und diversen kulinarischen Leckereien ergänzt wurde.

Am Montagmorgen ging's dann zu Apollo am Boulder Hway in einem Aussenquartier von Vegas. Da Sarah glücklicherweise darauf bestanden hat, frühzeitig hinzureisen, waren wir dann die Nummer 2 auf der Liste. Die Wohnmobil-Übergabe ist, sagen wir mal so, nicht wirklich effizient organisiert. Die Womis können alle von 9.00-11.00 zurückgebracht werden und alle die eins mieten wollen werden auf 11.00 hinbestellt. Dann heisst es Verträge unterzeichnen, Womi erklärt bekommen und vor allem warten . Wir als Nummer 2 sind dann so kurz nach 15.00 (!!!) mit dem Minnie Winnie Richtung Walmart losgefahren. Nach einem ausgiebigen "Raubzug" durchs XXL-Sortiment (was man hier für Portionen kaufen kann.....) ging's dann über den Highway 15 Richtung Zion NP.

 

 

Zion-NP - Grand Canyon North Rim

Als es dunkel wurde sind wir auf den KOA-Camping bei St. George gefahren. KOA ist eine Kette mit über 500 Campings in den USA. Gut ausgestattet, XXL-Standplätzen, mit ca. 35-60 Dollar einfach etwas teuer, Parkplatz-Flair inklusive. Für die erste Nacht war es aber gut, da konnte man am nächsten Morgen beim Morgenessen gleich die teils monströsen Wohnmobile und Trailer bestaunen. Wir waren ja schon über die Ausmasse unserer "Big Berta" geplättet, aber im Vergleich ging unser 2.60m x 8.50m - Koloss hier etwas unter. Für die letzte Nacht bei der Wohnmobil-Rückgabe ist der KOA-Platz am Boulder Hway zu empfehlen. Liegt nahe der Apollo-Station.

Tags darauf ging's dann zum Zion NP, wo wir uns mit Anita+Roger von nichtswieweg.ch verabredet haben. Da wir Touris bis da noch nie was davon gehört haben, dass die Grenze zu Utah auch eine "Zeitzonen-Grenze" ist, kamen wir durch die Zeitverschiebung glatt über eine Stunde zu spät.........

Die Wiedersehensfreude mit den tief braungebrannten Langzeittraveller war gross. Da die direkt an am Zion NP liegenden Campgrounds voll oder zu teuer waren, haben wir etwas ausserhalb des Ortes "wild" übernachtet und die ersten Amiland-Steaks gegrillt. Kurz nach dem Essen mussten wir unser Gelage nach drinnen verlegen, da es etwas gar windig wurde. Nördlich von uns ist ein Unwetter durchgezogen. Am Mittwoch ging es dann mit den Shuttle-Bussen in den Zion NP. Die Busse fahren einen Rundkurs, wo man an Haltestellen beliebig aus- und zusteigen kann.

Nach der Tour wollten wir mit dem Womi durch den Tunnel Richtung Bryce NP. Das am Vorabend an uns vorbeigezogene Unwetter verursachte aber einen Felssturz, der die Zufahrt zum Tunnel verschüttete.

Dadurch mussten wir die Reisepläne etwas umbauen und so sind wir stattdessen in Richtung Kanab/North Rim gefahren. Hier sind Anita+Roger eine Offroad-Abkürzung gefahren und wir etwas verbrauchsintensiv rund um die Gebirgskette. Auf dem Hitch n Post RV Park mitten in Kanab hat man sich dann wieder getroffen. Am Abend war dann in einem Western-Restaurant Spare Rips essen, Live-Country hören und Bier trinken angesagt.

Tags darauf ging's dann zum Grand Canyon (North Rim). Die sehr schöne Strecke führt über Fredonia durch den National Forest, der zu dieser Jahreszeit in den schönsten "Indian Summer-Farben" erstrahlt zur Nordseite des Grand Canyon. An der Kante rund um das Touristcenter gibt es Fusswege die zu verschiedenen Aussichtspunkten führen. Schon eindrücklich wie tief sich hier der Colorado ins Gestein gefressen hat. Aus Zeitgründen haben wir den kurvenreichen Abstecher zum Cape Royal sein lassen. Auf der Rückfahrt sahen wir eine Bisonherde neben der Strasse friedlich grasen. (ein USA-Must-See- Biudeli = CHECK!)

 

 

Antelope Canyon - Monument Valley - Moab

Ab Jacob Lake führt die Strecke durch das House Rock Valley, eingerahmt durch die Vermilion Cliffs über Bitter Springs nach Page am Lake Powell. Am frühen Abend bei Sonnenschein ist diese Strecke landschaftlich was vom Besten, was wir ausserhalb von Nationalparks, im Grand Circle gefahren sind.

Zum Eindunkeln sind wir dann an den Lone Rock Beach am Lake Powell gefahren, wo man für kleines Geld direkt am Strand campen kann. Sandstrand entspricht wohl nicht allen Mietbedingungen des Womis, aber man hatte ja mit dem Duro das Bergungsfahrzeug mit dabei.......

Am nächsten Tag sind wir früh los um beim Upper Antelope Canyon noch Karten für die Mittags-Tour zu ergattern, was dann auch geklappt hat. Hier wird man von tendenziell arroganten Navajo-Indianern mit Pick-ups zum Slot Canyon gekarrt und in Gruppen gestresst durch die enge Schlucht geschleust.

Den Lower Antelope Canyon haben wir angesichts der Menschenmassen und dem doch eher gesalzenen Eintrittspreis sein lassen , haben in Page noch unsere Gas-, Diesel- und Futtervorräte aufgefüllt und sind dann gleich bis ins Monument Valley gebrettert.

Hier am Kassenhäuschen hat sich dann wieder gezeigt, dass es wohl keine freundlichen Navajos gibt. Nach dem Anschiss des Parkwärters haben wir die 30 Dollares wieder eingepackt und sind aus dem Park rausgefahren. Haben halt dann die paar roten Hügel, die man für lau vom Strassenrand aus sieht angestaunt und uns gefreut, dass wir so 30$ mehr Spielgeld für Vegas haben...........;-)

Nach einer Übernachtung abseits der Strasse ging es mit einem kurzen Abstecher in den Goosenecks State Park (hier hat sich der San Juan River in sehr dekorativen Schlaufen ins weiche Gestein gegraben) an den Recapture Lake nördlich von Blanding. Ein super Übernachtungsplatz, direkt am See, für lau.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann weiter nach Moab, dem 4x4-Mekka in Utah. Hier röndeln sie mit ihren aufgemotzten, mit grossen Reifen bestückten, Jeeps's und Pick up's durch die Gegend. Auch gibt es diverse Verleih-Shops, wo man sich diverse 4x4-Gefährte mieten kann.

 

 

Moab (Canyonlands + Arches NP)

In unmittelbarer Nähe von Moab liegen die drei sehenswerten Parks Arches, Canyonlands und Death Horse Point State Park. In und um Moab hat es diverse günstige Campgrounds, und auch weniger preiswerte RV-Parks. Auch in den NP's gibt es Übernachtungsplätze. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch den gut sortierten Supermarkt ging es dann gleich in den Death Horse Point State Park. Das ist ein kleiner Park mit Aussichtspunkten. Von hier hat man einen grandiosen Blick ins Tal des Colorado mit dem Canyonlands NP. Auch hier hat sich der Colorado und die Erosion mehr als nur dekorativ ins Gestein gefressen. Am nächsten Morgen war um 04.30 Uhr Tagwache, es wurde im Dunkeln Kaffee geschlürft, um vor Sonnenaufgang am Mesa Arch zu sein. Dies ist, neben dem Delicate Arch im Arches NP wohl der bekannteste Steinbogen in Utah. Als wir im Dunkeln dort ankamen, sahen wir, dass die Idee, den Steinbogen bei Sonnenaufgang zu bestaunen und zu fotografieren gefühlte 2000 Asiaten auch gehabt haben. Sie standen mit Ihren Stativen und Kameras bereits dichtgedrängt im Halbkreis vor dem Mesa. Dann gibt's noch die penetranten "Foto-Crasher", die es lustig finden, sich auf den Bogen zu setzen, um ja "im Bild" zu sein....... Trotz den Menschenmassen sehr empfehlenswert!

Da Anita+Roger wieder etwas Lust auf Offroad hatten, haben sich unsere Wege nach dem Morgenessen getrennt. Sie sind über den Schafer Trail und die Potash Road zurück nach Moab gefahren. Wer ein 4x4-Fahri hat, soll das eine sehr lohnenswerte Strecke sein. Wir mit unserem Nix-Offroad-Fahri sind über die "normale" Strecke zurückgefahren. Obwohl Nix-Offroad auch etwas übertrieben ist, da der Ford F350 einen relativ hohen Radstand mit Doppelrad hat und der "kleine" Minnie Winnie hinten über die Achse nicht absurd lang baut, geht da mehr, als man denkt......;-) Wir sind insgesamt 4 Nächte in und um Moab geblieben, haben auch den sehr empfehlenswerten Arches NP mit seinen diversen Steinbögen und Felsformationen besucht.

 

 

Moab - Bryce Canyon

Anschliessend ging's von Moab über Green River durch eine etwas öde Strecke Richtung Bryce Canyon. Ab Caineville entschädigt die schöne Strecke durch die Capitol Reef / Escalante Nationalparks und den Fishlake/Dixie National Forrest wieder für die zwischenzeitliche Trostlosigkeit. Wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, wären wir hier nicht nur durchgefahren......

Am 7. Oktober kamen wir am frühen Nachmittag beim Bryce Canyon an. Nach den Erfahrungen mit "Touristenaufläufen" um Moab erwarteten wir eigentlich, dass es hier auch schwierig mit einem Übernachtungsplatz im Nationalpark. Aber bei der Ankunft auf dem Sunset Campground waren wir dann eher mit der Auswahl des schönsten, besten Platz überfordert.....;-) Der Platz war eigentlich leer. Man hat sich dann den sonnigsten ausgesucht.

Die Hauptattraktion im Park ist sicher das "Bryce Amphitheater", ein Talkessel mit wunderschönen Gesteinsformationen mit den Aussichtspunkten "Sunset Point" (Abend) und "Sunrise Point" (Morgen). Bei Sonnenschein ein hammermässiges Farbenspiel.

Am nächsten Morgen ging's dann früh zum Sunrise Point. Da bereits Oktober und man sich hier auf fast 3000 m.ü.M befindet, war es auch entsprechend kühl. Der Sonnenaufgang und der güldene Talkessel entschädigte aber für das bisschen bibbern...... Hammer!! (ein weiteres USA-Must-See- Biudeli = CHECK!)

Da Anita und Roger den Bryce NP schon vorher besucht haben, trennten wir uns frühmorgens. Die zwei "Sporthüpfer" wollten sich noch einen Teil des Navajo-Loop zum Grund des Talkessels antun. Da Runter immer auch Rauf bedeutet, war das nix für uns........;-)

Im Park kann man noch ca. 30km südlich zu diversen Aussichtspunkten (Natural Bridge, Rainbow Point etc.) fahren. Da über dem Bryce NP an diesem Tag eine dichte Wolkendecke hing, waren die Farben der Felsen leider etwas dumpf. Zwischen Bryce City und Panguitch führt die Strasse durch den Red Canyon. Wie der Name schon sagt, muy rojo......

 

 

Bryce Canyon - Las Vegas

Wir fuhren entlang dem Panguitch Lake durch Wälder in schönsten "Indian Summer-Farben" zum Cedar Breaks Monument. Beim Visitors Center trafen wir Anita und Roger wieder, die es sich mit Standheizung im Mogli gemütlich gemacht haben. Der Park ist klein, bei Sonnenschein aber sicher sehenswert, klimatisch war es aber nicht wirklich das Wahre. Schneeregen, Nebel und mit Wind gefühlte -15 Grad.
Wir sind dann schnellstens in unsere Fahris gehüpft und Richtung Cedars City losgedüst. Unten im Tal war es dann wieder wohlige 30 Grad mit Sonnenschein.........

Wir fuhren dann durch bis zum Sand Hollow State Park. Das ist ein See mit viel Sandstrand rundherum, man kann direkt am See campen. Die Amis brettern hier mit ihren Booten Vollgas über den See oder wühlen mit Ihren Offroadfahrzeugen durch den Sand. Eigentlich ein günstiger, schöner Übernachtungsplatz. Wenn es windstill ist, ansonsten sitzt man dann in einer windigen Sandmulde.......

Am nächsten Tag ging's weiter über die Interstate 15 in Richtung Las Vegas. Kurz vor Vegas liegt das sehr empfehlenswerte Valley of Fire. Ein kleiner aber feiner State Park mit schönen Stellplätzen und Sanitär-Anlagen. Man übernachtet inmitten roter Felsen, bei Sonnenuntergang ein schniekes Farbenspiel. Tags darauf war es dann regnerisch, wir chillten etwas...... Am nächsten Morgen war das Wetter wieder gut, wir fuhren früh in den Park und wanderten zur Fire Wave.

Am Parkausgang versperrte dann ein Coca-Cola-Laster die Weiterfahrt. Der Trucker hatte sich verfahren und wollte wenden. Der gute Jung hatte aber das Unwetter am Vortag nicht bedacht, und versank prompt im Sand. Zum Glück für den Trucker war da aber Mogli, der für so Abschlepp-Rettungsmanöver erfunden wurde. Roger nahm den Truck an den Haken und zog ihn locker flockig zurück auf die Strasse. Zurück blieb ein überglücklicher Lastwagenfahrer, dem unangenehme Fragen seines Chefs erspart blieben........;-)

Durch landschaftlich schöne Strecke entlang des Lake Mead ging es weiter zu Hoover Dam. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.

Da am nächsten Tag Womi-Rückgabe angesagt war, fuhren wir zum KOA-Camping am Boulder Hway. Der Camping lieg gleich neben der Apollo -Zweigstelle und ist für RV-Parks relativ günstig. Es liegen ein paar kleinere Casinos in der Umgebung, ein guter Übernachtungsplatz bei später Fahrzeugübernahme oder vor der Rückgabe des Wohnmobils.

Am Abend und am nächsten Morgen war dann Aufräumen und Besen schwingen angesagt. Bei den Aufräumarbeiten im Minnie Winne zeigte sich, dass wir beim Einkaufen entweder immer sehr hungrig waren oder das Gefühl hatten, dass wir evtl. in der Wüste verhungern könnten. Ein paar ansehnliche Tüten Proviant wechselten in den Mogli.......;-)

Die Fahrzeug-Rückgabe und Abrechnung lief dann, für Ami-Verhältnisse, einigermassen speditiv. Nach einer Stunde sassen wir im Taxi Richtung Strip. Da es neben dem Circus-Circus einen RV-Park gibt, hatten wir dort für 2 Nächte ein Zimmer vorausgebucht. Es liegt etwas nördlicher am Strip, mit Adventure-Park (Achterbahnen) , Zirkus-Attraktionen und einem Riesen-Casino. Man gambelte mal wieder etwas an den Penny-Automaten und trank sich das Leben schön........;-)

Mit Anita+Roger ging es dann ins noble Wynn Casino zum muy, muy reichhaltigen Abend-Buffet . Ein 40 Dollar-Flatrate-Schmausen vom Feinsten. Wer in Vegas sehr hungrig ist und blumiges Ambiente mag, der sollte da hingehen......;-)

Der Tag des Rückflugs war nun leider gekommen. Am Taxistand des Circus Circus verabschiedeten wir uns von Anita+Roger. Wir fliegen zurück in die Schweiz, für sie beide geht's weiter Richtung Südamerika......