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Grande Buenos Aires (Freetown-Buenos Aires)

Am 13. September 2005 am Mittag haben wir den Aequator überquert. Jiippieee, das erste Mal auf der südlichen Seite des Erdballs!

Am 17. September sind wir in Salvador, Brasilien, angekommen. Das erste Mal seit langem wieder Land unter den Füssen. Wir haben ein bisserl Sightseeing gemacht und auch gleich das brasilianische Bier und Essen getestet. In Asien sind die roten Saucen höllisch scharf, in Brasilien sollte man aber bei grünen Saucen vorsichtig sein. Die hauen einem aber voll aus den Socken! Aber ansonsten war das Essen sehr lecker. Bei der Bestellung wussten wir nicht wirklich, was den auf den Tisch kommt. Das mit dem Portugisischen ist so eine Sache....... Die Rechnung war dann eine ziemlich erfreuliche Sache. Für zwei grosse Bier, ausgiebig lecker Essen und zwei Packungen Zigaretten, gepflegte 10 Dollares........

Vor Brasilien haben wir das erste Mal Wale gesehen. Fast zwei Stunden sind sie um das Schiff geschwommen. Nur das mit dem fotografieren ist so eine Sache, für zwei gute Fotos haben wir ca. 50x auf den Auslöser gedrückt. Meist war dann nur Wasser drauf. Zum Glück hat man eine Digi-Kamera........

Am 18. September sind wir im Hafen von Vitoria eingelaufen. Die Hafeneinfahrt ist eine relativ enge Sache. Man fährt ca. 2 km durch eine enge Flussmündung bis zur Anlegestelle. Wir sind an Land gegangen und mit einem Taxi in die Vitoria Shopping Mall gefahren. Dort haben wir uns mit leckeren, fetten Brasil-Zigarren und Zuckerrohr-Schnaps eingedeckt. Und für Stadtbesichtigungen eine Mini-Digitalkamera, die in die Hosentasche passt.

Am nächsten Morgen sind wir Richtung Rio ausgelaufen. Beim Abendessen wurde es dann richtig lauschig. Es wurde still und dunkel. Der Motor hat mal eben den Geist aufgegeben. Nach ein paar Sekunden hat sich irgendwo ein Notstrom-Aggregat angeworfen, die Ingenieure sind, wie von der Tarantel gestochen, aus der Offiziersmesse rausgehechtet. Und wir haben uns ein bisserl gewundert, wie still und vibrationsfrei so ein Schiff eigentlich sein könnte. Kein Geschirr, das klappert. Der Wein, der keine Wellen schlägt. Ein Stuhl, der einem keine Füdli-Massage verpasst. Und vorallem, kein Motorengeräusch. In der ersten Nacht in Buenos Aires müssen wir wohl den Landy-Motor laufen lassen, um einschlafen zu können. Als wir nach draussen gingen, hat der Schornstein einen prächtigen Funkenregen in die Nacht geblasen. Nettes Feuerwerk als Zugabe. Ob das wohl normal ist? Nach zwei Stunden haben sie das Problem wohl in den Griff bekommen, jedenfalls hat sich das Schiff wieder vorwärts bewegt und die Füdli-Massage hat sich auch wieder eingestellt..........

Jetzt freuen wir uns auf Rio, wo wir Morgen eigentlich ankommen sollten. Wen der Motor den will......

Am 20. September morgens sind wir in Rio de Janeiro angekommen. Rio hat uns mit herbstlichem und eher kühlem Wetter begrüsst.
Nach dem Morgenessen sind wir mit einem Taxi in die Stadt gefahren. Dabei ist uns ein "pochito" Fehler unterlaufen. Wir haben zuwenig nachgefragt, wo genau den unser Schiff liegt. Aber dazu später mehr.......
Das Taxi hat uns zur Praça Floriano gefahren. Von dort haben wir "Downtown Rio" erkundet. Erster Eindruck : Mörder Verkehr, laut, Menschen soweit das Auge reicht und eine Luft, als würde man eine ganze Packung Zigaretten auf einmal rauchen...... Kein Ort, an dem wir leben oder arbeiten möchten. Im Reiseführer steht, dass Besucher die "Cariocas" (Stadtbewohner Rios) beneiden würden. Naja, was für Besucher da wohl gemeint sind? Marsianer? Rikscha-Fahrer aus Downtown Bombay?

OK, könnte auch sein, dass wir voll an den falschen Platz in Rio gefahren sind. Aber das Wetter hat einem auch nicht gerade zum vernebelten Zuckerhut oder an die regnerische Copacabana gerissen........ Aber jetzt genug geschnödet! Zuerst haben wir uns mal je 2 Chopp (offenes Bier) gegönnt.
Für all jene, die dies aufmerksam lesen. Jaaaaa, es war ca. 1 Stunde nach dem Morgenessen. Aber man hat ja Ferien und viel trinken soll ja gesund sein..... :=)

Dann haben wir uns aufgemacht, um in einem Internetcafe die Webseite zu aktualisieren. Gar kein leichtes Unterfangen! Sind in Rio nicht gerade an jeder Hausecke zu finden. Nach einer halben Stunde sind wir dann doch fündig geworden. Aber leider ohne USB-Anschluss......... Aber wenigsten konnten wir unsere Mails abrufen. Nach dem Mittagessen wollten wir unsere Garderobe etwas erweitern. Auch kein leichtes Unterfangen in Rio! Die schneidern hier wohl nur für Kinder, Magersüchtige oder Zwerge. Als Sarah dann endlich einen Laden fand, in dem ihr doch etwas zu passen schien, stellte sie fest, dass es ein Laden für Umstandskleider war. Rio kann ja schon bisserl frustrierend sein.......
Am späten Nachmittag kam dann doch noch ein Internetcafe in Sicht. Es hatte USB und der Oberhammer, der freundliche Mann hinter der Theke sprach ein nahezu perfektes Englisch. Hört man definitiv nicht oft in Brasilien.

Mit Spanisch kommt man leider auch nicht weit. Das mussten wir dann beim Taxifahrer feststellen, der uns zum Schiff zurückbringen sollte. Es war bereits der dritte, der sich standhaft weigerte, auch nur ein Wort zu verstehen, das wir von uns gaben. Kleiner Tipp für Rio-Reisende, die mit dem Frachtschiff ankommen. Besorgt euch vorgängig einen Stadtplan und malt einen dicken Kreis um den Standort des Schiffes. Kann sehr nützlich sein. Die Taxifahrer sind sprachlich sehr unflexibel, zeigen wenig Verständnis für selbstgemalte Karten. Sie verstehen weder "puerto", noch "near the bridge to Niteroi", noch "proximidat del puente de niteroi" Mit Hilfe von zwei weiteren Taxifahrern und zwei Passanten haben wir es wenigstens zum Hafen für Passagierschiffe geschafft . Dort war der Taxifahrer dann nervlich etwas angefressen, als die zwei "Americanos" sich weigerten auszusteigen. Mit der Hilfe eines Sicherheitsbeamten des Hafens, der endlich verstand, wo wir den eigentlich hinwollten, haben wir es dann doch noch zum Schiff zurückgeschafft.

Am Abend sind wir dann ausgelaufen.

Am 21. September am Morgen sind wir in Santos angekommen. Den ganzen Tag und die ganze Nacht haben wir vor dem Hafen gewartet. Am nächsten Morgen durfte das Schiff dann doch noch im Hafen anlegen.

Wir haben uns die Fotokopien unserer Pässe gegriffen und sind an Land gegangen. Zum Glück liegt der Hafen nur 5 Gehminuten von der Stadt entfernt. So haben sich allfällige Sprachprobleme mit Taxifahrern schon im Voraus erledigt. Zuerst haben wir uns zwei Espresso gegönnt und dazu zwei Cola getrunken. Cola ist in Brasilien echt zu empfehlen. Sie mixen wohl ca. 400 Gramm weniger Zucker in das Gebräu. In Europa bekommt man von Cola ja eine Zuckervergiftung.........

Anschliessend war dann Shopping angesagt. Für Beat war auch in Santos nichts Passendes zu finden, aber Sarah ist doch noch fündig geworden. Und es war sogar ein normales Kleidergeschäft......
In einem weiteren Geschäft hat dann wohl wieder die Neonbeschriftung "Hier kommt Geld" auf unseren Köpfen hell geleuchtet. Die freundliche Verkäuferin wollte doch allen Ernstes 160 Reais (75 Dollar) für zwei Kleidungsstücke. War noch nicht einmal eine Nobelboutique. Auf dem Markt in Bern sind solche Teile sicher günstiger zu erstehen. Auch ihr haben wir ein schönes Leben gewünscht und sind gegangen. Zu Mittag haben wir in einem Selbstbedienungsrestaurant gegessen. Man zahlt pro Person 8.50 Reais und kann soviel essen, wie man mag. Diese Restaurants sind sehr zu empfehlen. Günstig, das Essen lecker und das Angebot sehr vielfältig. Anschliessend haben wir uns mit unseren vollen Bäuchen auf eine Parkbank geschleppt und haben ein bisserl Siesta gemacht.

In Santos gibt es ein Kaffeemuseum, einen schönen Bahnhof und eine fotogene Strassenbahn. Ansonsten bietet Santos keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten.

Am späten Abend sind wir dann Richtung Argentinien ausgelaufen.

Am 25. September sind wir in Zarate, Argentinien angekommen. Um Zarate zu erreichen muss das Schiff ca. 70 km durch den Rio Paranà schippern. Nach 4 Wochen Aussicht auf welliges Meer oder Häfen tut so schöne und vorallem grüne Natur auch mal wieder gut. In Zarate haben sie wie die Wilden Neuwagen ein- und ausgeladen. Ca. 1600 Wagen haben das Schiff verlassen, ca. 500 wuden reingefahren.

Wenn sie nicht noch in der Nacht auf eine Sandbank auflaufen, sollten wir das Schiff am 27. 9. 2005 in Buenos Aires verlassen können. Jiipiieeee!!!

Als Fazit dieser Schiffsreise :

Wird Zeit, dass wir das Schiff verlassen können...... Grundsätzlich eine sehr schöne Sache so eine Frachtschiffreise, aber nach einem Monat bekommt man schon bisserl den Schiffskoller.

Unsere Spanisch- und Englischkenntnisse haben sich markant verbessert, unsere Tischtenniskünste genügen jetzt auch höheren Ansprüchen.



 

 

 

ist Sie nicht süss....... Man sieht, der Wellengang war bis jetzt nicht wirklich ein Problem!

 

Panorama Salvador, Brasilien

 

Olà aus Brasilien!

 

Die relativ enge, aber lauschige Hafeneinfahrt von Vitoria, Brasilien

 

Vitoria

 

Panorama Vitoria, Brasilien

 

Man on the Moon

 

"Grande Buenos Aires"-SportArena

 

"Grössenvergleich" Truck - Schiff

 

Palacio Tiradentes, Rio

 

Praša Carioca, Rio

 

Praša Carioca, Rio

 

Strassenbahn in Santos

 

Bahnhof Santos

 

Hafen Santos

 

Auf dem Rio Paranà nach Zarate, Argentinien

 

Vorgeschmack auf Patagonien, eher kühl und windig

 

Nach dem Ausladen hat sich dieser Platz dann mit Autos gefüllt. Autoterminal Zarate

 

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