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Buenos Aires - Peninsula Valdés


Am 27. September 2005 frühmorgens sind wir in Buenos Aires eingelaufen. Wir sind voller Ungeduld, endlich an Land zu dürfen, aus den Kojen rausgehechtet. Aber da wir ja in Südamerika sind, wo die Uhren etwas langsamer ticken, hats dann noch locker 3 Stunden gedauert, bis sich die freundlichen Zollbeamten haben blicken lassen. Der Papierkram war dann relativ schnell erledigt. Es wäre schneller gegangen, wenn alle Passagiere eine Liste der mitgeführten Elektrogeräte in spanischer Sprache dabeigehabt hätten. Logischerweise hatte niemand so eine Liste. Aber mit der freundlichen Mithilfe der Zöllner und dem Deutsch-Spanisch-Dixer war das dann auch nicht mehr wirklich ein Problem. Um 11 Uhr sind wir dann aus dem Hafengelände rausgefahren und sind zu einem bewachten Parkplatz in der Nähe des Hafens gefahren. ( S 34° 35.601' W 058° 22.452' )

Er liegt 10 Gehminuten von der Einkaufsstrasse Florida entfernt. Ist etwas lärmig und nicht gerade billig. (30Pesos pro Tag) Aber für uns war er ideal, da sehr zentrumsnah, mit kleinem Restaurant und sauberen Toiletten.

Am Nachmittag sind wir ins Zentrum spaziert, haben uns an einem Bancomat mit Pesos eingedeckt und sind schnurstraks in den nächsten McDonald's rein. Nach 4 Wochen gesunder Ernährung auf dem Schiff war das überfällig......

Dann haben wir die Odysee gestartet "Ich suche ein Garmin-GPS in Buenos Aires mit dürftigen Spanischkenntnissen". Auf dem Schiff haben wir noch gedacht, wir hätten schon bisserl Sprachkenntnisse, aber in der "harten" Realität...... Es gibt noch viel zu tun resp. zu lernen!

Jedenfalls nach Stunden des Suchens und Fragens haben wir es doch noch geschafft. (siehe Foto) Es gibt wohl nur ein Geschäft, dass die Teile verkauft. Es liegt an der Av. Corrientes 1221, Ecke Libertad und heisst Zenok.

Durch das Suchen haben wir das Zentrum von Buenos Aires jetzt ziemlich im Griff. Es hat uns sehr gefallen. Ist wirklich eine coole Stadt! Viel angenehmer als Rio, da viel mehr Fussgängerzonen und Parks. Auch das Suchen nach Internetcafes entfällt. Da sucht man nicht, da wählt man aus......

Wir werden jedenfalls gerne wieder nach Buenos Aires zurückkommen. Es gibt noch viel zu entdecken.......

Am nächsten Morgen zog es uns dann Richtung Süden. Nach 4 Wochen Gedröhne auf dem Schiff und nur Stadt-Landgängen war dann mal wieder etwas Natur und Grün angesagt. Wir haben uns duch den eher chaotischen Verkehr von Buenos Aires gekämpft. Nach 350 km durch die Pampa sind wir in San Clemente del Tuyu gelandet. Ein kleiner, noch verschlafener Badeort. Es ist noch nicht wirklich Badesaison in Argentinien. Daher sind auch noch fast alle Läden, Hotels und Campingplätze geschlossen. Wir sind 2 Nächte auf dem Campingplatz "3 Pinos" geblieben. Wir hatten den ganzen Platz für uns, da wir die einzigen Gäste waren. Das freundliche Besitzerehepaar hat uns wieder ein paar Spanisch-Wörter mehr gelehrt und uns zum Abschied herzlich abgeknutscht. Der Campingplatz hat erst noch günstige 14 Pesos pro Nacht gekostet. (ca. 5 SFR)

Wir sind weiter südlich gefahren, Richtung Mar del Plata. Kurz nach Mar de Ajo war dann die zweite Polizeikontrolle fällig. Die argentinischen Polizeibeamten sind aber überaus freundlich. Sie verlangen den Führer- und den Fahrzeugausweis, tragen Namen und Fahrzeugdaten in eine Liste ein und wünschen "Gute Reise".

Weiter gings durch die etwas langweilige Pampa. Für so ein "diplomiertes" Kurventier wie Beat, ist das aber voll die Hölle. Zwischen Buenos Aires und Mar del Plata reichen die Finger von zwei Händen, um die Kurven, die den Namen auch verdienen, zu zählen. Meist sieht es so aus, wie auf dem folgenden Bild. Wir sind dann bis Miramar gefahren. Auch dort hatten wir kleinere Probleme, einen geöffneten Campingplatz zu finden. Die meisten öffnen erst im Dezember. Wir haben dann doch noch einen gefunden. (für 12 Pesos die Nacht)

In Pinamar hat uns, wie schon in Vitoria und Buenos Aires, wieder einmal das Shopping-Teufelchen geritten. Wir sind jetzt stolze Besitzer von zwei argentinischen Fahrrädern. Fragt uns einfach nicht, wie wir die Teile transportieren. Haben wir uns beim Kauf auch nicht gefragt! Der Begriff "mühsam" wäre angebracht....... Aber man hat ja genug Zeit, eine geeignetere Methode auszutüfteln.

Uns graust schon vor der nächsten Budget-Abrechnung. Zum Glück haben wir viel "Päckli-Suppe" dabei. Und das Brot kostet auch nicht wirklich viel.

Am 1. Oktober sind wir bis Monte Hermoso gefahren. Ein kleines Küstendorf in der Nähe von Bahia Blanca. Es war sogar ein Campingplatz geöffnet, auf dem wir wieder die einzigen Gäste sind. (Camping del Dunes, 12 Pesos, das ganze Jahr geöffnet!) Auch die Strecke von Miramar bis Bahia Blanca besteht eigentlich aus einer Geraden mit leichten Richtungsänderungen, die Schumi mit Vollgas fahren würde. Wenn man aus der "kleinen" Schweiz kommt ist es schon beeindruckend, diese "unendliche" Weite zu erleben. Man fährt Stunden, von einzelnen Estenzias abgesehen, ohne jegliche Zivilisation. Und egal wohin man schaut, ist es einfach flach.

Auf der Fahrt haben wir schon den ersten Eindruck auf Patagonien erhalten. Der Wind hat aber krass aufgefrischt. Bei einer Rast haben wir bemerkt, dass sich das Hubdach mal kurz selber geöffnet hat.
Das hatte wohl zwei Gründe : Der Wind und die Strasse, die man eher als ruppig bezeichnen kann. In Zukunft werden wir mit festgezurrtem Hubdach fahren.......

Am 3. Oktober sind wir bis La Loberia südlich von Viedma gefahren. Dort gibt es eine Kolonie mit Papageien und ein Reservat mit Seehunden. Das Reservat war leider geschlossen. Auch der Ort war ziemlich ausgestorben. Sonst waren wir jeweils auf den Campingplätzen die einzigen Gäste. Hier waren wir die einzigen menschlichen Lebewesen im Ort. Wir haben auf dem Campingplatz übernachtet, wo niemand war, wo aber die Toiletten offen waren. War schon bisserl komisch, aber der Sternenhimmel war gigantisch.

Am nächsten Morgen sind wir dann weiter. 660 km über Schotterpiste und die Ruta 3 bis zur Peninsula Valdés.

Zwischen Bahia Blanca und Puerto Madryn gibt es 3 Kontrollen. Das Fahrzeug wird nach Früchten und frischem Gemüse durchsucht. Wobei durchsucht eher der falsche Ausdruck ist. Wir hatten eher den Eindruck, dass es sie mehr interessiert, wie unsere Kabine von innen aussieht. Wenn man das Gemüse nicht gerade offen herumliegen lässt, ist es kein Problem. Einer hat den Kühlschrank aufgemacht, wo auch Gemüse drin war. Aber es hat ihn nicht die Bohne interessiert.

Ab Sierra Grande wird der Sprit, infolge Steuerbefreiung in Patagonien, massiv billiger. ( ca. 70 Centavos pro Liter ) Wir haben einmal den Tank mit billigem Normalbenzin(85 Oktan) gefüllt. Hat dem Landy aber nicht wirklich geschmeckt, die Kraftentfaltung entsprach etwa dem eines Döschwo. Auch für Benzinkocher empfiehlt sich das edlere Super.

 

Obelisk, Buenos Aires

 

Avenida 9 de Julio, Buenos Aires. Die wohl breiteste Strasse der Welt, 125 m

 

Bisserl gschafft nach 6 Std Shopping-Sightseeing in Buenos Aires, na denn Salut!!!

 

typisches Bild in der Pampa südlich von Buenos Aires

 

Man gönnt sich ja sonst nix!

 

La Loberia, Küste südlich von Viedma

 

Papageien an der Loberia

 

Auf der Landkarte als sonstige Strassen eingezeichnet. La Loberia - Viedma

 

Hasen gibts wie Sand am Meer. Und es ist Frühling!

 

Ruta 3 zwischen San Antonio Oeste und Puerto Madryn

 

Der erste Mate. Bisserl gewöhnungsbedürftig!

 

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