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San Carlos de Bariloche


Der Campingplatz Petunia liegt 13 km ausserhalb von Bariloche in Richtung Llao Llao. In unmittelbarer Nähe hat es eine Wäscherei, einen Supermarkt und diverse Internet-Cafes. Wegen der Sprachschule wollten wir eigentlich auf einen Campingplatz, der näher an Bariloche liegt. Die zwei näherliegenden Campingplätze sind aber nicht so schön und auch nicht am See. Jetzt rumpeln wir halt jeden Morgen mit dem Bus nach Bariloche. Die Fahrt kostet 1 Peso pro Person und dauert ca. 20 Minuten.

Spanischunterricht nehmen wir jetzt privat bei Lotti. Sie arbeitet auf der Touristeninformation und spricht Spanisch, Englisch und Deutsch. Eine Stunde kostet 10 Dollar pro Person. Wir gehen 3x die Woche 2 Stunden zum Unterricht.

Am 14. Oktober haben wir unsere erste "grosse" Fahrradtour gemacht. Wir sind die 4 km zum Cerro Campanario geradelt und dabei fast vom Sattel gekippt. O Göttchen, sind wir untrainiert! Aber wir haben ja genug Zeit das zu ändern........ Auf den Cerro Campanario kommt man dann zum Glück mit dem Sessellift. Auf dem 1062 m hohen Hügel hat man einen wunderbaren Rundumblick auf die Berg- und Seenlandschaft des Nationalparks Nahuel Huapi. Der Gletschersee Nahuel Huapi misst 500 km2, ist 100 km lang und ca. 12 km breit. Der höchste Berg in der Nähe ist der Cerro Tronador mit 3478 m.ü.M.

Am Abend haben wir dann den Grill angeworfen und uns wieder einmal einen Asado gebruzzelt. Das leckere Fleisch und das Gemüse kostet hier, wie in ganz Argentinien, fast nix. 1 kg feinstes Rindfleisch macht einem 8.50 Peso (ca. 4 CHF) ärmer. Heute haben wir 1 kg Aepfel gekauft : 1.99 Peso. So macht Einkaufen Spass!!!

Am 23. Oktober läuft in Bariloche so gut wie gar nix. Es finden Wahlen statt. Alle Geschäfte und Restaurants etc. sind geschlossen. In der Schweiz gibt es viele unsinnige Gesetze, aber auch in Argentinien finden die Schrumpfhirnbeamten das Eine oder Andere Gesetz, das nicht wirklich Sinn macht. Am Vorabend der Wahl dürfen die Geschäfte ab 19 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Auf den ersten Blick machts ja noch Sinn, dass die Argentinier nicht besoffen zur Wahl schreiten. Aber in der Praxis triffts ja eh nur die Falschen. Die "armen" unwissenden Touristen. Die Einheimischen sind wohl schlau genug, sich für das Wahlwochenende im Voraus mit dem Zeugs einzudecken. Jetzt bruzzeln wir unseren Asado halt topfnüchtern, was ja auch nicht das Schlimmste ist...........

Wir haben die erste Woche Spanischunterricht bei Lotti hinter uns und man kann sagen, dass das Eine oder Andere spanische Wort hängengeblieben ist. Die Aussprache schreit jetzt auch nicht mehr gerade "Ich bin Gringo", aber das mit der spanischen Grammatik.............. mühsame Sache das.......

Am 22. Oktober sind wir mit der Gondelbahn auf den 1402m hohen Cerro Otto gegondelt und haben das überwältigende Panorama im "Ich mach mal auf Schilthorn"-Drehrestaurant genossen. Anschliessend sind wir nach Bariloche hinuntergewandert. Mit dem Ergebnis eines leichten Muskelkaters und der Erkenntnis, dass die Wanderschuhe von Sarah wohl etwas zu klein sind. Ein weiterer Punkt, der unser Budget etwas schrumpfen lässt.

 


Am 25. Oktober hatten wir Lust etwas zu wandern. Der Plan war gemütlich zur Colonia Suiza zu wandern resp. spazieren um die neuen Wanderschuhe von Sarah einzulaufen. Wir sind am Mittag losspaziert. Aber schon am Anfang hat Beat sein ansonsten guten Orientierungssinn mal kurz verlassen. Bei Sarah ist er ja eh praktisch nicht vorhanden....... :=)
Also sind wir etwas zu früh nach rechts abgebogen. So sind wir statt links halt rechts am Lago P. Moreno Este durchgewandert. Soweit noch nicht so schlimm. Hat ja nur zusätzliche 7 km auf den Zähler geschmissen. Als wir dann doch noch an der Colonia Suiza angekommen waren, war dann schon 17 Uhr. Da haben wir gedacht, locker nur noch 4 km bis nach Hause. Um 18 Uhr sind wir noch fröhlich losgewandert. Am Ende des Sees sind wir dann Richtung Playa Serena abgebogen. Auf der Karte ist da ein kleines Flüsschen eingezeichnet.
Als dann ein Flüsschen oder besser ein Bach vor uns auftauchte, haben wir mal kurz eine "Brücke" aus Steinen und Aesten gebastelt und sind "grazil" darüber balanciert.

Als wir drüben waren, haben wir noch gedacht, wir sind die Grössten.........

 


Aber nach weiteren 200m kam dann erst der "Arroyo Casa de la Piedra". Der sah dann so aus. Da war dann nix mehr mit Steine reinwerfen und Aeste darüberlegen. Da man ja flexibel ist, haben wir die Schuhe ausgezogen und versuchten rüberzuwaten. Aber bei einem ca. 1m tiefen und arschkalten Fluss, der wohl aus einem Gletscher entspringt, auch nicht wirklich die beste Idee. Also haben wir die Schuhe wieder angezogen und sind über unsere Behelfsbrücke zurück auf die Strasse.

Dort haben wir einen Blick auf die Karte geworfen. Sah nicht schön aus! Langsam aber sicher wurde es dunkel und die nächste Brücke war 4 km entfernt. Also sind wir so schnell wie es mit unseren untrainierten und müden Beinchen noch ging, durch die Nacht marschiert. Bei jedem Auto das vorbeigefahren ist, sind wir in die Büsche gehechtet..... In jedem Reiseführer steht : "Fahren sie nie Nachts und wenn, halten Sie niemals an!" Und wir waren zu Fuss auf einer Schotterpiste am "en el quinto pino". (am Arsch der Welt)

Abends um 22 Uhr haben wir nach weiteren 5 km die Zivilisation endlich erreicht. Da hat man schon an kleinen Sachen Freude, bei uns waren es Strassenlampen.......

Hundemüde sind wir wie "krämpfige Kühe" in unser Womi reingeklettert, haben noch einen Mate eingeworfen und sind nach einem kurzen Stretching in die Schlafsäcke reingefallen.

Am nächsten Morgen war dann der ganze Kühlschrankinhalt auf dem Tisch....... und oh Wunder, wir konnten uns noch bewegen.

Das GPS hatte 25 km auf dem Zähler. Wir wollten doch nur etwas spazieren.........

 


Nach unserem "Spaziergang" waren erst mal zwei ruhigere Tage angesagt. Man hat sich durch die spanische Grammatik gekämpft. Die hat ihren Schrecken auch ein bisserl verloren. Aller Anfang ist schwer........

Am 28. Oktober wollten wir mal kurz ein Packet verschicken. Was in der Schweiz kein Problem ist, hat in Argentinien so seine Tücken. In der Schweiz bringt man das Teil einfach auf die Post und fertig. In Argentinien ist es etwas anders. Da kann man Packete ins Ausland nur Montags, Mittwochs und Freitags aufgeben. Und das auch nur bis elf Uhr. Es war Freitag um 15 Uhr. Da standen wir nun mit unserem Packet und es regnete in Strömen. Auch hatten wir keine Lust, das Teil in die Spanischstunde mitzuschleppen. Da sind wir mal eben kühn bei DHL vorbeigeschneit und wollten es dort aufgeben. Aber o weh, der nette Mann hinter der Theke wollte 170 Dollar oder 570 Pesos. Also haben wir das Ding doch in die Spanischstunde mitgeschleppt......

Montag morgen starten wir den nächsten Versuch.

Sonntag ist hier allgemeiner Asado-Tag. Da kommen ganze Herrscharen von Argentiniern, vom Opi bis zum "ich brauch noch Windeln", auf den Campingplatz. Sie reisen jeweils mit ihrem halben Hausrat an und feuern und grillieren wie die Weltmeister.

Hier noch unser Grilltipp : Durch Ivo und Brigitte sind wir auf den Geschmack von gegrillten Süsskartoffeln gekommen. Man kann die Dinger einfach in die Glut schmeissen und ca. 20 Minuten vor sich hin bruzzeln lassen. Danach werden sie halbiert und ausgelöffelt. Sie schmecken übrigens auch roh oder in einem Curry sehr gut!

Zum Dessert gibts jeweils Pancake mit "Dulce de Leche". Das ist so ein lecker, klebriger und sehr kalorienhaltiger Brotaufstrich, der bei unserem Morgenessen nie fehlen darf. (Waschbrettbauchmässig leider.....)

Falls das jemand probieren möchte, hier noch unser Dulce de Leche "Selfmade-Tipp": Man nehme eine Dose gesüsste Kondensmilch, stelle sie in eine Pfanne mit siedendem Wasser und warte ca. 30 Minuten. Anschliessend die Dose abkühlen lassen, öffnen und geniessen.

Am 4. November hat uns unser Reisefüdli wieder ins Auto gerissen. 3 Wochen Sprachschule müssen reichen...........

 

Das etwas kitschige Centro Civico in Bariloche

 

Unser Zuhause in Bariloche : Camping Petunia, Playa Serena

 

Die Aussicht aus unserem Zuhause. Nicht schlecht, oder?

 

Auf dem Cerro Campanario

 

 

 

 

Im Hintergrund San Carlos de Bariloche

 

Panorama vom Cerro Campanario

 

Dr Tag faat aa

 

Dr Frühlig oo..... hihihi

 

Das Wandersari am Cerro Otto

 

Aussicht zum Abheben

 

am wäudele am Cerro Otto

 

Wander-/Fahrweg am Cerro Otto

 

Das Wandersari zum Zweiten

 

Anfängerenduristen am Cerro Otto. mussten bisserl grinsen...... Sie stehen mit dem Bremsfuss ab und wundern sich, wiso die Fuhre plötzlich rückwärts geht......

 

Panorama vom Cerro Otto

 

das Pausen Sari

 

An die Hochbaufreunde : Das ist eine geile Innenarchitektur!

 

Eine der "speziellsten" Treppen, die wir je gesehen haben. Man nehme einen grossen, knorrigen Baumstamm und eine Motorsäge und fange an eine Treppe zu schnitzen..... Restaurant Fundo, Colonia Suiza.

 

Etwas müde und hungrig im "Pilgrim", unsere Stammkneipe in Bariloche

 

Unsere Spanischlehrerin Lotti + Robert

 

Gipsy Soul, empfehlenswerte Rumba Flamenco Band

 

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