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San Carlos de Bariloche - NP Perito Moreno


Wir sind über El Bolsón und Chollila in den Nationalpark "Los Alcerces" gefahren. Kurz vor El Bolsón war dann mal wieder eine Polizeikontrolle fällig. Zu Viert haben sie zuerst unsere Dokumente studiert und sich dann auf die Suche nach unseren Nummernschildern gemacht. Das vorne hinter der Windschutzscheibe haben sie relativ schnell gefunden. Für das Hintere, dass wir innen an die Eingangstüre geschraubt haben, brauchte es dann einen Fünften.......... Sie kamen dann grinsend nach vorne und wollten wissen, woher wir denn eigentlich sind. Und das mit unseren Pässen in den Händen........ auch bisserl grins......

Auch diese Polizisten waren überaus freundlich.

Noch ein "Geiz ist geil-Tip" für Südamerikareisende. Wenn ihr von Süden kommt, füllt den Tank in El Bolsón bis unters Dach, wenn ihr von Norden kommt, schleppt euch mit dem letzten Tropfen Benzin bis El Bolsón. Dort kostet der Liter Super 1.24, in Bariloche 1.90..........

Durch den Nationalpark "Los Alcerces" führt eine Schotterpiste mit einigen schönen Campingplätzen. Wir sind 2 Nächte auf dem sehr grossen und schönen Campingplatz "Bahia Rosales" geblieben. Schon am ersten Abend wurden wir vom netten Besitzerehepaar zu einem Asado eingeladen. Sie haben ein ganzes Lamm auf den Grill geworfen. Lotti hat uns "Jetzt einfach reden, reden, reden" mit auf den Weg gegeben. Haben wir da auch gemacht. Nur das mit dem Reden........, verstehen klappt schon ganz gut.

Am 6. November sind wir dann weiter bis Esquel. Unser 16. Jubiläum wurde etwas getrübt, durch ein unschönes Geräusch am Landy. Nachdem Beat unter den Landy gekrochen war, wussten wir dann auch die Ursache.
Das Kreuzgelenk an der Antriebswelle war nur noch ein Schatten seiner Selbst. Mierda.........

Also machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg, einen Mecanico zu finden. Nach einer längeren Stadtrundfahrt fiel die Wahl auf "Mecanico Eduardo". Eine vom ACA (Automobil Club Argentina) autorisierte Werkstatt.
Am Montagmorgen sind wir dort vorgefahren (oder besser vorgescheppert...)
und haben in fast "perfektem" Castellano unser Problem geschildert. Der junge Mecanico sagte "Buen" und griff zum Telefon. Kurze Zeit später erschien dann der Chef persönlich und kroch unter den Landy. Da unser Fahri zu hoch für die Werkstatteinfahrt war, wurde halt auf der Strasse geschraubt. Nach 2.5 Stunden war der Schaden behoben und wir 200 Peso ärmer, aber zufrieden. Mit einer so schnellen Reparatur hatten wir nicht gerechnet. Wie lange das Teil hält, wird sich zeigen..........

Am Mittag haben wir Esquel Richtung Süden verlassen und sind auf der Ruta 40 bis Alto Rio Senguer gebrettert. Kurz nach Gobernador Costa verwandelt sich die Ruta 40 in eine Teststrecke für Reifen, Fahrwerk und Wohnkabine. Wir holperten über eine üble Schotterpiste, leisteten zweimal Pannenhilfe bei einem überkochenden Kühler und einem Reifenschaden. Argentinier sind wohl irgendwie Daueroptimisten. Sie haben weder Wasser dabei, noch einen Wagenheber.

Aber für etwas sind ja gut ausgerüstete Touristen auch mal gut.........

Wir haben dann abseits der Ruta 40 unser Nachtlager aufgeschlagen. Am nächsten Morgen krähte uns der Handyhahn aus den Träumen, genau die richtige Zeit, um den Sonnenaufgang zu geniessen. Und weiter gings über eine noch üblere Schotterpiste. Am Vorabend dachten wir noch "schlimmer gehts nimmer". Doch es ging.............. Irgendwie wurden wir das Gefühl nicht los, dass bei der Bauausführung etwas schiefgelaufen ist. Geplant war wohl eine Strasse, gebaut wurde aber ein Flussbett...........

Das Gute daran war, die Strasse gehörte fast uns alleine. Auf den 100 km bis Rio Mayo kam uns nur ein halbirrer LKW-Fahrer entgegen, der mit geschätzten 80 Sachen auf dem Tacho an uns vorbeigedonnert ist. Wir hatten alle Hände an der Frontscheibe.........

Ansonsten konnten wir die Tierwelt in Ruhe geniessen. Gürteltiere, Wildgänse, Lamas, Pferde, "Schafe, Hasen und Nandus mit Panikattacken". Die meisten Tiere nehmen lärmende Autos relativ easy, aber die mit Panikattacken sprinten jeweils wie von der Tarantel gestochen davon. Leider sieht man viele überfahrene Hasen. Wir haben uns immer gefragt, wie das möglich ist. Sind doch sehr flinke Tiere. Aber leider ist ihre Fluchttaktik bei einem Auto die Gleiche, wie bei einem Raubtier. Zu dieser Erkenntnis kamen wir, als uns so ein Hase vor das Auto hoppelte. Anstatt einfach seitlich wegzurennen, ist er in Fahrtrichtung wild Haken schlagend vor uns her gehetzt. Sein Glück war, dass wir nicht schnell gefahren sind und auch wissen, wo das Bremspedal ist...........

Ab Rio Mayo wird die Piste etwas besser und man sieht wieder mehr Autos und LKW's.

Am Nachmittag sind wir in Los Antiguos am Lago Buenos Aires angekommen und gönnten uns die überfällige Dusche. Am nächsten Tag war dann grosser Putz- und Servicetag.

Morgen fahren wir, gemäss Reiseführer, in die Einsamkeit oder in unserem Fall in die Zweisamkeit. Und zwar in den "P. Nac. Perito Moreno" an der chilenischen Grenze. Es soll der ursprünglichste und am wenigsten besuchte Nationalpark von Argentinien sein. Er liegt weitab jeglicher Siedlung. Da ist dann wieder wandern angesagt. Aber diesmal mit Taschenlampe.............

Von Perito Moreno sind wir auf der Ruta 40 bis Baja Caracoles gefahren. Kurz vor Baja Caracoles führt eine Nebenstrasse zu den Cuevas de los Manos im Tal des Rio Pinturas. In den Cuevas gibt es Felsmalereien mit Händen und Tierdarstellungen der indianischen Ureinwohner, die von 9500 v. Chr - 1000 n. Chr. diese Höhlen bewohnt haben. Sie gehören zu den ältesten menschlichen Zeugnissen in Südamerika.
Am Weg hatten sie gerade eine Treppe frisch betoniert. Sie war noch schön weich und wir haben es uns nicht verkneifen können, unsere Hände darin zu "verewigen". Aber der Ort heisst ja auch "Cuevas de las Manos".............

Am nächsten Tag sind wir dann zum Nationalpark "Perito Moreno" gefahren.
Von der Ruta 40 führt ein Fahrweg in den Nationalpark. Für die 90 km haben wir 3.5 Stunden gebraucht. Beat kam endlich zu seinen Wasserdurchfahrten und das gleich mehrmals. Wieviel Schräglage unser Womi verträgt wissen wir jetzt auch. Relativ viel.......... Diese Strecke hat mächtig Spass gemacht, aber auch nur bis zum Zeitpunkt, als wir die Kabinentür öffneten. Der halbe Kühlschrankinhalt "glibberte" über den Kabinenboden. Eine klebrige Mischung aus Dulce, Marmelade, Senf und Ketchup. In Zukunft werden wir nicht nur das Hubdach verzurren, sondern auch noch den Kühlschrank..........

Im Nationalpark (11500 ha) darf man an 3 Orten campen. Auf der Estancia La Oriental und neben den "Park Ranger" Gebäuden. So richtig Einsamkeit kommt da auch nicht auf. Aber um das schönste Baño in ganz Argentinien zu finden, muss man so richtig "an den Arsch der Welt" fahren. Und zwar zum Camp "El Rincon". Haben eigentlich ein Plumsklo erwartet wenn überhaupt, aber nicht ein vollausgestattetes, sauberes WC-Häuschen mit Parkettboden. Bisserl staun...........

Am 12. 11 haben wir mal wieder die Wanderschuhe angezogen und sind halb auf den Cerro Léon hochgekraxelt. Diesmal sind wir frühmorgens los, man lernt ja dazu........ Wir konnten schon am Vormittag den wunderbaren Blick über den Lago Belgrano geniessen. Am Parkeingang wird einem noch ein Merkblatt über Pumas in die Hände gedrückt. Wir haben leider, oder vielleicht auch zum Glück, keinen gesehen.

Da man hier keine Lebensmittel bekommt, haben wir uns am Nachmittag selber welche gebastelt. Wir haben den faltbaren Backofen angeworfen und ein superlecker, knuspriges Brot gebacken. Nach 2 Monaten weichem Weissbrot, war es eine Freude in was Knuspriges reinzubeissen. Da der Backofen jetzt nicht mehr ganz unten liegt, werden wir ihn in Zukunft wohl öfters anwerfen.

Am nächsten Tag sind wir zum Rio Volcan geholpert und anschliessend über einen ganz üblen Fahrweg zum Lago Burmeister. Dort haben wir die Einsamkeit gefunden, die im Reiseführer beschrieben ist. Wir wollten eigentlich dort übernachten. Aber der Blick an den Himmel bewog uns, den Rückweg unter die Räder zu nehmen. Die Piste ist schon im "Trockenen" nur was für Offroad Fans. Es gibt viele Wasserdurchfahrten, im Regen ist es dann wohl eine einzige Wasserdurchfahrt über 16 km.

Wie sich später zeigte, die richtige Entscheidung. Es regnete in Strömen....

Wir machten uns dann auf Richtung Gobernador Gregores.



 

Bei La Bolsa, P. Nac. Los Alcerces

 

Das Fahri Sari

 

Auf dem Camping Bahia Rosales, P. Nac. Los Alcerces

 

Bahia Rosales, P. Nac. Los Alcerces

 

P. Nac. Los Alcerces

 

Strasse duch den P. Nac. Los Alcerces

 

O ohhh, wollte doch eigentlich aufhören mit dem Rauchen..............

 

Ruta 40 nördlich Alto Rio Senguer

 

Morgens auf der Ruta 40 bei Alto Rio Senguer

 

Abendstimmung auf der Ruta 40

 

Lago Buenos Aires bei Los Antiguos, zweitgrösster See in Südamerika

 

Im Cañadon Rio Pinturas, Cuevas de los Manos

 

Cañadon Rio Pinturas, Cuevas de los Manos

 

Im Cañadon Rio Pinturas, Cuevas de los Manos

 

Cuevas de los Manos ( Höhlen der Hände )

 

P. Nac. Perito Moreno

 

P. Nac. Perito Moreno, Lago Belgrano

 

ds Downhill Sari

 

Am Rio Volcan, NP Perito Moreno

 

Wagenwäsche im NP Perito Moreno

 

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