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El Calafate - Ushuaia

Wir haben dann an der Tankstelle in Esperanza übernachtet. Was "leider" nicht ohne Folgen blieb...........

Beim Abendessen vernahm Sarahs geschultes Ohr das klägliche Gewinsel eines Welpen. Nach jedem zweiten Bissen wurde angestrengt aus dem Fenster geschaut. Sie konnte jedoch nichts entdecken. Als nach ca. 2 Stunden das Gejammer noch immer zu Hören war, liess es ihr keine Ruhe mehr. Sie machte sich auf die Suche. Ich rief ihr noch nach : "Nimne de schüsch eifach mit". Ob mir da die Folgen wohl schon klar waren? Jedenfalls ging die Türe nach 20 Minuten wieder auf und mir blickten vier Glubschaugen entgegen. Sarah sagte mit Engelsstimme : Das Poppi ist gaaaaanz alleine, mitnäh??????

Sarah fragte im halben Dorf, wem der chicco Perro denn gehöre. Alle winkten ab und meinten er "wäre vorbeigekommen........." Aber die Kleine ist ja erst sechs Wochen alt. So ein Buschi kommt nicht einfach vorbei. Aber nun denn. Wer Sarah kennt, der weiss, dass Sie so ein Poppi nicht einfach seinem Schicksal überlässt. Auch am nächsten Morgen wurde das Hundi nirgends vermisst. Da ich auch zur tierliebenden Fraktion der Menschheit gehöre, reisen wir jetzt zu Dritt weiter.

Eigentlich wollten wir weiter nach Puerto Natales, Chile. Stattdessen sind wir nach Rio Gallegos zum Tierarzt gefahren. Dort wurde "Jo" untersucht und entwurmt. Wir bekamen ein Arztzeugnis für den Zoll. Wie sich später herausstellte, ist dieser Tierarzt leider nicht auf dem neusten Stand der chilenischen Zollvorschriften.

Nachdem wir noch ein Tierfachgeschäft geplündert hatten, damminomau wir hatten doch schon vorher ein Platzproblem.............grins, sind wir dann frischfröhlich die sechzig Kilometer an die Grenze gebrettert, sind flockig durch den argentinischen Papierkrieg durchgestempelt, hatten drei Schalter des chilenischen Zolls hinter uns. Am vierten Schalter sagte Beat so nebenbei "wir hätten da noch einen kleinen Hund", zückte frohen Mutes das Arztzeugnis und erntete ein knappes "todo papeles?". Mit leicht erhöhten Augenbrauen entgegnete Beat : "Si". Die Antwort war dann : "No pasar, go back to Argentina". na töllchen..........
Er erklärte uns dann, er benötige ein offizielles Zertifikat des S.E.N.A.S.A für den Hund. Das bekomme man in Rio Gallegos. Dann sei es kein Problem.

Also sind wir zurück an den argentinischen Zoll. Wir wurden mit fragenden Augen begrüsst. "Ahhh, si S.E.N.A.S.A". Auch für Argentinien braucht man dieses Zertifikat. Die Wiedereinreise war aber kein Problem. Anschliessend fuhren wir nervlich bisserl angefressen nach Rio Gallegos, sind beim S.E.N.A.S.A vorbeigeschneit, was leider schon zu war. Also haben wirs am nächsten Morgen nochmal versucht. 10 Minuten später waren wir im Besitz des wichtigen Dokuments. Juppii. Und auf gings Richtung Zoll. Am argentinischen Zoll wurden wir grinsend und schnell abgefertigt. Auch am chilenischen Zoll kannte man uns noch. Als Erstes wollten sie das Zertifikat sehen. Dann gings zügig, nach einer Wagenkontrolle durften wir dann in Chile einreisen. Wir durften sogar den Schweizer Honig behalten. Jo wurde noch vom S.A.G-Beamten zum Abschied geherzt.

Wir sind bis Punta Arenas geheizt. Dort mussten wir verwundert feststellen, dass es in der grössten Stadt Patagoniens keinen Campingplatz gibt. Am Bacomaten war es ein komisches Gefühl, mal eben 150 000.- abzuheben. Fast wie Lire, diese chilenischen Pesos........ Wir haben dann ausserhalb an der Strasse zur Pinguinkolonie S. Otway übernachtet. Nicht der leiseste Platz. Von 5 Uhr früh bis Nachts um elf brettern Lastwagen der nahegelegenen Mine vorbei.

Am nächsten Morgen haben wir uns die Pinguinkolonie angeschaut. War wohl die falsche Zeit, da wir mehr Touristen als Pinguine gesehen haben. Anschliessend fuhren wir zur Fähre nach Feuerland. Die halbstündige Ueberfahrt der Magellanstrasse kostet 11'200 chil. Pesos. Wir haben an der Strasse nach Porvenir übernachtet. Im chilenischen Teil von Feuerland kann man in Cerro Sombrero, Cullen und Porvenier tanken. Wir sind dann zum Lago Blanco gefahren und haben dort übernachtet. Da es uns dort nicht so gefallen hat, sind wir am nächsten Morgen schon wieder weiter.

Das Wetter war mühsam regnerisch. Die Piste war sehr schlammig und unser Womi hat jetzt eine bräunliche Tarnfarbe. Wir fuhren bis Tolhuin und haben dort übernachtet. Am nächsten Morgen ( 27. 11. 2005) "schlittelten" wir durch das "sommerliche" (siehe Bild) Feuerland nach Ushuaia zum Campingplatz "Pista del Andino".

Hier machen wir jetzt eine längere Fahrpause, wenn der Sommer denn will.

Juppii, wir sind am "fin del mundo". Sind wohl irgendwie schnelle Berner, da wir mal locker 1 Monat vor unserem Zeitplan sind. Richtung Norden lassen wirs wohl etwas langsamer angehen.............

Nach der Rückverwandlung zu zivilisierten Menschen mit Dusche und Rasur war dann auch bei Jo das nötige Bad fällig. Wir wissen jetzt, sie ist definitiv nicht wasserscheu. Das Bad hat sie mit Taucheinlagen sichtlich genossen.

Am 31. 11. haben wir mal wieder die Wanderschuhe angeflanscht und uns auf den Hausberg hochgekämpft und wurden oben mit einer schönen Assicht auf Ushuaia belohnt. Weiter gings durch das Hochmoor zum Gletscher Marcial. Da es am Samstag bis auf 300 m.ü.M. geschneit hat, war vom Gletscher nicht wirklich was zu sehen. Aber lohnenswert ist die Tour auf jeden Fall, schon wegen der Aussicht.

 

My Name ist Roos, Jo Roos

 

Land unter in Punta Arenas

 

Jo zum Zweiten

 

Grummel, bräuchte mal wieder eine Dusche und eine Rasur!

 

Sommer auf Feuerland, bei Ushuaia! Wenn das Sommer ist, wie ist dann der Winter?

 

Dr Tag faht aaa.... in Ushuaia

 

Ushuaia

 

Erste grosse Wanderung mit müder Jo

 

Aussicht vom Campingplatz "Pista del Andino"

 

Hochmoor oberhalb Ushuaia

 

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