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Puerto Deseado - Sarmiento - Villa O'Higgins


Am 4. Januar sind wir bis Sarmiento gefahren und 2 Tage auf dem Campingplatz "Rio Senguer" geblieben. Der Camping liegt sehr schön direkt am Fluss. Ansosten bietet das Kaff nicht sehr viel.

40 km südlich liegt der Nationalpark "Bosques Petrificado". In sehr schöner Umgebung liegen auch hier versteinerte Baumstämme. Wie auch im vorherigen Park "Bosques Petrificado" waren wir ganz alleine. Hier sind sogar Hunde erlaubt...........

Die Baumstämme im Nationalpark in Santa Cruz sind besser erhalten. Im Park Sarmiento ist dafür die Umgebung eindrücklicher. Hat was von Mondlandschaft.

Nach dem Spaziergang durch den Park fuhren wir dann über die ganz üble Ruta 26 und über noch ein übleres Zwischenstück zur Ruta 40. Auf ihr holperten wir dann bis Perito Moreno. Nach einer Übernachtung auf dem Camping "Vial" gings am nächsten Tag weiter nach Chile. Bis jetzt waren Zollabfertigungen relativ schnell und easy. Die Chilenen bei Los Antiguos/Chico Chile waren aber bisserl mühsam. Kam noch dazu, dass es Sonntag war und es demensprechend viele Leute hatte. Unser Womi wurde peinlich genau nach Drogen durchsucht. Aber als sich der Drogenhund über Josefines Knochen hermachte mussten wir schon bisserl grinsen. Nach fast zwei Stunden wars dann auch geschafft.

Wir fuhren resp. holperten dann bis Puerto Guadal. Die Strecke zwischen Chico Chile und Mallin Grande ist nur was für ganz Nervenstarke. Die Schotterpiste führt südlich am See durch wunderschöne Umgebung. Aber die Piste wurde teilweise in den brüchigen Fels gesprengt. (siehe Fotos) Die Böschungswinkel betragen so ca. 1 : "Mich graust". Falls man da Standsicherheitsnachweise anstellen würde, wäre das Ergebnis immer "OHHH, mein Gott!!!". Asterix würde sagen : "Die spinnen, die Chilenen." Die bauen Strassen, wo man keine hinbauen sollte. Die Strecke zu fahren ist wie Bungee-Jumping. Nur fragt man sich da nicht : "Hält das Seil?" oder "Hat der bekiffte Veranstalter das richtige Seil genommen?" sondern "Hält der Fels??????". Aber schön ist es trotzdem und der Hang ist uns nicht auf den Kopf gefallen.

Aber eher watscheln wir in Badelatschen durch die Antarktis, als dass wir diese Strecke noch einmal fahren...........

Am nächsten Tag rüttelten wir auf der Carretera Austral bis Cochrane. Der grösste Ort in der näheren Umgebung. Nicht wirklich viel los, aber immerhin Einkaufsmöglichkeiten und abartig teure Tankstelle. (Auf Schweizer Niveau)

Hier trafen wir die Schweizerin Jael und ihr israelischen Ehemann Alon. Sie machten schon etwas länger Autostopp. Nicht wirklich viel Verkehr auf dieser Strasse und die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch nicht im Übermass vorhanden. Wir nahmen sie dann bis Villa O'Higgins mit. Die Strecke führt durch wunderschöne Landschaft mit viel Wald, Wasserfällen und Seen. Auch diese Strasse wurde streckenweise bisserl lausig in den Berg gesprengt. Da gabs nur "Augen zu und durch". Bei Puerto Yungay bringt einem eine grosse und brandneue Fähre kostenlos über den Canal Baker.

Unterwegs stand dann ein, man sagt sehr seltener und scheuer Andenhirsch am Strassenrand. Beat stieg voll in die Bremsen und wir fotografierten aus ca. 100m Entfernung. Dann rollten wir ohne Motor bis auf 50m hin. Störte das Tier nicht wirklich. Da Jael nur eine kleine Kamera dabeihat, schlichs sich Beat dann zu Fuss näher. Störte das Tier auch nicht wirklich. Schlussendlich stand er 5m neben dem Hirsch. Da brauchte es dann kein Zoom mehr. Anschliessend fuhren wir dann mit dem Landy weiter. Auch dies störte den Hirsch nicht die Bohne. Wir standen dann mit laufendem Motor 5m neben dem Tier. Soviel zu "Andenhirsche sind sehr scheu"..................

40 km vor Villa O'Higgins stand dann ein Pick up mit geschlissenem Vorderrad am Strassenrand. Der alte Mann hatte zwar ein Reserverad dabei, aber auch dieses war in einem etwas unbrauchbaren Zustand. Da wir wohl die Letzten waren, die diese Strecke an diesem Tag befahren, mussten wir den Mann und sein Pneu wohl oder übel nach Villa O'Higgins mitnehmen. Nicht ganz einfach, mit schon zwei Passagieren mit Gepäck und zwei Fahrrädern in der Kabine............ Aber irgendwie gings dann doch. Unsere Hütte war dann aber sowas von voll. Glücklicherweise kam uns nach ein paar Kilometern doch ein anderes Fahrzeug entgegen. Der alte Mann und sein Pneu stieg dann um. So war die Überladung dann nicht mehr so schlimm........

Wir denken Villa O' Higgins ist das "richtige Ende der Welt". Diesen Titel beansprucht zwar schon Ushuaia, aber dorthin fahren grosse Busse, landen Düsenflugzeuge und man fährt auf einer mehr oder weniger komfortablen Ruta 3 dorthin. Villa O'Higgins besteht aus ca. 100 Bretterbuden und ist ja sowas von abgelegen. Die Zufahrt verdient denn Titel "bisserl abenteuerlich".

 

Petrificado bei Sarmiento, Valle de Luna

 

zwischen Chile Chico und Mallin Grande

 

zwischen Chile Chico und Mallin Grande

 

zwischen Chile Chico und Mallin Grande

 

bei Mallin Grande

 

Teufelsschlucht zwischen Chile Chico und Mallin Grande

 

scheuer Andenhirsch????????

 

Carratera Austral bei Tortel

 

Rio Baker bei Cochrane

 

bei Villa O'Higgins

 

gut gefüllt Richtung Villa O'Higgins.............

 

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