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San Pedro de Atacama - Uyuni - Potosi

Am 23. April gings dann los Richtung Laguna Verde. Die Fahrt nach Bolivien machten wir zusammen mit Gabi/Erich und der Waadlaender Familie Manu/Corinne und ihren Kindern Simon/Alma. Noch was zum Schulfranzösisch resp. Schuldeutsch an den Schweizer Schulen. Ein absoluter Blödsinn. Wir können fast kein Französisch und sie fast kein Deutsch. Man unterhält sich in Englisch und Spanisch.

Zuerst schnaufte unser Landy den Paso de Jama hoch und holperte anschliessend zur Laguna Verde. Den Einreisestempel für Bolivien gibts direkt an der Grenze, die Fahrzeugpapiere erst 50 km später. Wir übernachteten direkt an der Lagune. Am nächsten Morgen warteten wir gespannt auf den "Spezialeffekt" der Laguna Verde. Leider vergeblich. Ca. um 11 Uhr morgens verändert sich die Farbe des Wassers von kristallklar nach grün, infolge Sonneneinstrahlung, Plankton und hohem Blei-/ Schwefelgehalt.

Es ging dann weiter zum Geysir "Sol de Manaña" auf 4850 m.ü.M. mit seinen blubbernden Lavaschlammlöchern und Dampfschwaden. Ein eindrückliches Naturspektakel.

Anschliessend bretterte der "Konvoi" über die arg miese Piste zur Laguna Colorado und übernachteten dort beim Campamento. Die Laguna Colorado ist ein weiteres "Must Have" einer Südamerikareise. Hier brüten die seltenen Andenflamingos und das Wasser des 60 qkm grossen Sees schimmert aufgrund des hohen Kupferanteil in rötlicher Farbe. Mit dem blauen Himmel und den weissen Boraxinseln eine umwerfende Farbpalette. Weiter gings dann "Offroadmässig" Richtung Norden. Eine richtige Piste ist eigentlich nicht vorhanden, man pflügt durch den weichen Sand und folgt den Fahrspuren der unzähligen Touristenjeeps. Wir übernachteten dann auf 4300 m.ü.M an einer Lagune. Diesmal hatten wir keine Probleme mehr mit dem Schlafen in der grossen Höhe, man gewöhnt sich wohl an alles. Ab da war dann wieder "ganz miese Piste fahren" angesagt". Dabei haben wir mal wieder unser geflicktes Chassis geschlissen. So schleppten wir uns dann die restlichen 100 km bis Uyuni.

Die Fahrt San Pedro de Atacama - Laguna Verde - Laguna Colorado - Uyuni ist landschaftlich was vom Besten, dass wir in Südamerika bis jetzt gefahren sind. Die Strassenverhältnisse sind schlecht bis sehr schlecht. Tankstellen gibts in San Pedro, Uyuni (81 Oktan) und evt. in San Juan.

Wir übernachteten im Hinterhof (Autogarage) des Hostal Marith in Uyuni. Tags darauf war dann wieder etwas Schweissen angesagt. Diesmal haben wir grossflächig 5mm dicke Stahlplatten einschweissen lassen. Dauerte 8 Stunden und kostete 70 Fränkli.

Nach einem Tag "Ruhe" in Uyuni gings dann auf den Salar de Uyuni. Die riesige Salzpfanne ist die grösste Salzfläche der Welt und ca. 160km lang und 135km breit. Die Salzkruste ist 2 bis 7m dick. In der Trockenzeit verdunstet das spärliche Wasser des Salars und zurück bleibt die Salzkruste.
Schon ein cooles Gefühl über dieses "Weisse Meer" zu rötzen. Man sollte einfach tunlichst den unangenehmen "Ojos" ausweichen. Ojos sind bis zu einem halben Meter tiefe, wassergefüllte Löcher in der Salzkruste und können sehr schlecht fürs Chassis des Oeuteli sein........

Bei Colchani werden von vermummten Männern mit Äxten und Schaufel Salzblöcke aus der Kruste geschlagen. Die Blöcke werden dann zu Speisesalz weiterverarbeitet.

Wir fuhren zur Isla Inkawasi, einer kakteenbedeckten Insel im Salar, und übernachteten dort. Man feierte den Geburtstag von Manu, genoss den Sonnenuntergang und die Stille der Nacht. Tags darauf rötzten wir noch etwas auf dem Salar herum und übernachteten wieder auf der Isla Inkawasi. Dann gings zurück nach Uyuni zur gründlichen Wagenwäsche. Unglaublich die Salzmengen, die da runtergespült wurden. Bleibt zu hoffen, dass auch alles Salz vom kranken Chassis gewaschen wurde, sonst.........

Nach einer weiteren Nacht in der Hostal-Autogarage fuhren wir dann weiter nach Potosí. Potosí liegt auf 4065m.ü.m am Cerro Rico.

In diesem Berg wurden 1545 grosse Silberadern gefunden. Diese Silbervorkommen wurden dann von den Spaniern in grossem Stil ausgebeutet. Unbarmherzig zwangen die Spanier ganze Dorfschaften an Hochlandbewohner in die Minen, wo sie sich dann zu Tode schuften mussten. Schätzungsweise 8 Millionen Indígena kamen in den Minen ums Leben. Bis heute wurde aus dem Berg ca. 46 000 Tonnen Silber gefördert. Am Anfang des 19. Jahrhunderts war das Silbervorkommen erschöpft. Stattdessen wurde ab dann Zinnerz gefördert.

Man kann eine geführte Tour durch die Minen machen. Die haben wir aber ausgelassen. Aus Gründen von Platzangst, Sicherheitsbedenken und es muss ja auch nicht sein, als Tourist den Minenarbeitern zuzuschauen, wie sie unter menschenunwürdigen Bedingungen ihre Arbeit verrichten.

Nach zwei Tagen in der quirligen, höchstgelegenen Grossstadt der Welt, fuhren wir über die gut ausgebaute Asphaltstrasse nach Sucre. Es gibt auch gute Strassen in Bolivien..........

 

Yippiiehhhh, ein Land mehr in der "Sammlung"

 

Laguna Verde

 

Laguna Verde

 

Geysir Sol de Manaña, zwischen Laguna Verde und Colorado

 

Geysir Sol de Manaña

 

Laguna Colorado

 

Laguna Colorado

 

Flamingos an der Laguna Colorado

 


 

Bloques de Sal, Salar de Uyuni

 

Isla Inkawasi, Salar de Uyuni

 

Salar de Uyuni

 

Fussball auf Salz geht auch.......

 

Starkes Frau.......

 

Abendstimmung auf dem Salar. HAMMER!!!

 

Chassisbruch zum Zweiten....

 

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