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La Paz - Rurrenabaque - Cobija


Am 28. Mai zog es uns dann weiter Richtung Norden. Wir kämften uns durch La Paz und fuhren über den Paso La Cumbre in die Yungas. (tropische Täler) Ab Unduavi verwandelt sich die Strasse dann von sehr gut zu "etwas nervenaufreibend". Die Strassen sind in den Hang hineingesprengt und sind nicht wirklich breit. Wenn kein Verkehr ist gehts ja noch, aber wenn dann ein Bus entgegenkommt, zieht es einem schon bisserl das Rosettli zusammen. Aber um es mit den Worten von Norbert, einem trotz Toyota Landcruiser (grins) sehr symphatischen Deutschen, zu sagen : "Bisserl Adrenalin muss sein, wenn sonst nix mehr zwackelt......."

Wir fuhren dann bis Chulumani in den Süd-Yungas. Wollten eigentlich nicht soweit, aber da es in Bolivien nicht wirklich viele Wegweiser gibt, sind wir glatt an der Abzweigung nach Coripata vorbeigebrettert. Die Abzweigung liegt (von La Paz) vor der Brücke in Puente Villa und führt über die alte Hängebrücke. Von Puente Villa bis Coripata ist die Strasse noch etwas schmaler, aber es hat zum Glück fast kein Verkehr.

In den Yungas wird mehrheitlich Coca angebaut. (Legal und Illegal) Sie sind landschaftlich sehr reizvoll. Vom Paso La Cumbre ins Beni-Becken durchfährt man fast alle Klima- und Vegetationszonen Südamerikas und über 3000m Höhenunterschied.

In Coroico blieben wir dann 3 Tage und residierten relativ nobel in einem Zimmer des Hotel Gloria. Einen "venünftigen" Platz zum preiswert campen haben wir leider nicht gefunden. Aber mal wieder ein Baño Privado war auch nicht wirklich schlecht. Das Klima in Coroico ist sehr angenehm. Am Abend nicht zu kalt und am Tag nicht zu heiss. Nach den 3 Tagen "Siesta" hechteten wir dann in den Landy und nahmen den Weg Richtung Rurrenabaqe unter die Räder. Zwischen Coroico und Caranavi herrscht Linksverkehr. Bisserl ungewohnt, aber man gewöhnt sich an alles. Auch das "am Abgrund entlangzirkeln" nahm man schon etwas lockerer. Was Beat etwas weniger locker nahm, waren die vielen unfähigen LKW-Fahrer. Er fuhr jeweils mehr als nur an den Rand und liess den Jungs fast 3 Meter Platz. Aber den Dumpfbacken war dies jeweils noch zu wenig. Keine Ahnung, ob die ihre Schrottkarren am Liebsten quer durch Lücke fahren möchten. Aber nun denn, mit fuchtelnden Handbewegungen und unnetten spanischen Kraftausdrücken gings dann immer.........

Wir fuhren bis Sapecho und übernachteten bei Gerd, einem deutschen Entwicklungshelfer. Der deutsche Entwicklungsdienst baute ein Sägewerk und eine Schreinerei und unterrichtet die Einheimischen in der schonenden Waldnutzung und der Vermarktung der Produkte. Wir trafen ihn bei Ernesto Hug, wo er uns zu sich eingeladen hat. Danke für die Gastfreundschaft! Am Abend waren wir dann noch live dabei, wie die Dackeldame Freira 4 Welpen auf die Welt brachte. Schon schnüsig so kleine Würmli.

Tags darauf röndelten wir dann bis Rurrenabaque. Ab Yukumo ist die Strasse nichts für Feinstaub-Allergiker. Unglaublich die Staubmengen, die da aufgewirbelt werden. Waren froh heil in Rurrenabaque angekommen zu sein. Teilweise war das dann doch etwas arg Blindflug. An dieser Strasse gibts auch viele Häuser am Strassenrand. Nicht gerade eine bevorzugte Wohnlage.......

In Rurre übernachteten wir im schönen Garten des Hotel Rurrenabaque. Sehr zu empfehlen! Freundlich, sauber und zentrumsnah. Dort trafen wir Mercedes, Norbert und Hund Namus wieder. Sie sassen über 1 Woche in Rurre fest, da es überall hiess "No Hay Diesel". Bisserl ungeschickt, einen 300 Liter Tank in den Landcruiser zu flanschen und das Teil in La Paz nicht zu füllen. Aber lassen wir das Thema, gelle Norbert...........deees passt scho! Nur noch ein kleiner Nachtrag zu dem Thema. Zwischen Santa Rosa und Riberalta gabs zufällig eine Tanke, die noch Diesel verkaufte. Man war etwas früher da als die beiden. Man fährt ja Land Rover und nicht Cruiser........ Wir assen bei der Tanke etwas zu Mittag und winkten und zeigten auf die Tankstelle wie die Blöden, aber "Bleifuss" Norbert röhrte mit unglaublichen 40km/h an der Tankstelle vorbei. Deutsche können manchmal schon etwas kurlig sein.......

In Rurre blieben wir 5 Tage, assen gut und günstig und kippten den einen oder anderen Caipirinha in der Moskito-Bar hinter die Binde. Schon sehr touristisch das Urwaldkaff, aber um ein paar Tage abzuhängen gerade richtig.

Wir fuhren dann über Santa Rosa, La Triangulo nach Cobija im Dreiländereck Bolivien / Peru / Brasilien. Die stellenweise offroadmässige Erdpiste führt zuerst durch die Pampa und ab La Triangulo durch den Urwald. Man sieht viele Vögel, Schmetterlinge und auch Kaimane. Sarah will sogar einen Panther gesehen haben, der vor uns über die Strasse geflitzt ist. Ich hob nix gsehn, war wohl sehr konzentriert am Schlagloch-Gucken........

Auf den letzten 150km fährt man dann durch abgefackelten Urwald. Zwischen verkohlten Baumstümpfen grasen hier Kühe. Die letzten 30 km sind dann sogar asphaltiert. Eine wahre Freude, mal wieder über eine Strasse zu gleiten und nicht zu holpern. Zwischen La Triangulo und Cobija muss man sich noch über 4 Flüsse per Boot übersetzen lassen. Bolivien ist im allgemeinen günstig, aber die "Fähren" gingen dann doch etwas in die Bolis. Im ganzen fast 200 Bolis. (ca. 35 Fr) Wenn Bolivianer ein Monopol besitzen, hauen sie dann aber tüchtig rein. Aber in der Schweiz ist es ja auch nicht anders........

Nach diesem Härtetest kann man mit gutem Gewissen sagen :"Unser Chassis hält.........ojala."

Für uns gehts jetzt weiter Richtung Cusco, Peru. Wird Zeit wieder etwas in kühlere Gefilde zu kommen. Dschungel sieht zwar gut aus, ist aber auf die Dauer etwas mühsam. Im Auto drin sitzen ist viel zu heiss und draussen in der "Kühle" fressen einem die Herrscharen von Moskitos, Fliegen und sonstiges nerviges blutsaugendes Getier.

 

Paso de Cumbre (La Paz - Yungas)

 

Paso de Cumbre (La Paz - Yungas)

 

Strasse in die Süd-Yungas

 

Chulumani (Süd-Yungas)

 

Coca-Felder bei Coripata

 

Coripata

 

Strasse bei Coripata

 

bei Coroico

 

Blick ins Beni-Becken

 

Im Garten des Hotel Rurrenabaque

 

Dachte eigentlich, Kaimane wären klein.......

 

Der beisst wohl mehr als nur ne Zehe ab.....

 

 

Eine der sauteuren Tramos zwischen El Triangulo und Cobija

 

was dschungliges.....

 

Ruta 13 bei Puerto Rico

 

Ruta 13, feucht, bei Porvenir

 

Ruta 13, sehr lauschig

 

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