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Cusco - Ayachuco - Pisco - Lima - Huaraz

Wir sind noch bis 14. Juli auf dem Camping "Quinta Lala" geblieben. Sind noch etwas durch Cusco flaniert und haben nach 17 Uhr (gratis) die Festung Saqsaywamán besucht. Dann gings weiter zu den Ruinen von Pisaq. Nach Machu Picchu hat uns diese Inka-Siedlung aber nicht mehr aus den Socken gerissen, aber für gratis wars doch lohnenswert. (ab 16.30 wird nicht mehr kontrolliert)

Nach einer Übernachtung bei den Ruinen fuhren wir weiter über Urubamba, Abancay Richtung Ayachuco. Ab Abancay bis Ayachuco ist die Schotterpiste anfangs noch gut, dann mittelprächtig, dann bachbettmässig. Sie führt über 4 Pässe mit nicht enden wollenden Serpentinen. Die Strecke ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Man fährt durch Landwirtschaftsflächen, Kakteenwälder, schöne Flusstäler.

Die Landschaft ist top, aber das erste Mal auf der Reise lassen die Einheimischen etwas zu Wünschen übrig. Vorallem um Ayachuco sind die meisten unfreundlich und dezent fremdenfeindlich. "Hey Gringo" war noch das Harmloseste........

Wir haben zweimal abseits der Strasse übernachtet und sind abends in Ayachuco eingetrudelt. Nach einer Stunde haben wir ein Hotel mit sicherem Parkplatz, wo unser Womi auch reinpasst, gefunden.

Wir sind zwei Nächte geblieben. Am Morgen, beim Wegfahren, hat uns ein bekanntes Vergaserproblem wieder eingeholt. Haben bisserl Gasolina verteilt........ Aber "No Problema", man weiss ja was zu tun ist und vorallem man wird immer schneller. Nach 1 Stunde war das Problemchen behoben. Diesmal lags an der verdreckten Nadeldüse im Vergaser. Haben wohl etwas schlechten Sprit an einer Grifo erwischt. Man sollte nach Möglichkeit nur an Markentankstellen den Tank füllen, aber mit einem durstigen V8 hat man teilweise gar keine andere Wahl..........

Wir sind dann über die gute Asphaltstrasse nach Pisco an die Pazifikküste gebrettert. Dort empfing uns nach Wochen eitel Sonnenschein wiedereinmal etwas herbstlich angehauchtes Wetter. Da diese Gegend, laut Reiseführer, unsicher sein soll, sind wir auch hier in einem Hotel abgestiegen. Wir sind 3 Nächte in Pisco geblieben und haben den einen oder anderen Pisco Sour hinter die Binde geleert.

Dann gings weiter Richtung Lima. Dort sind wir um 2 Uhr Nachmittags angekommen. Aber wir hatten beide keine grosse Lust auf Grossstadt, sind wohl noch immer Santiagogeschädigt, also sind wir gleich weiter Richtung Norden gedonnert. Da unsere "Made in Chile"-Finkli am Landy schon nicht mehr den besten Eindruck hinterlassen, haben wir noch kurz das Angebot an Reifen abgecheckt. Da wir blöderweise gerade am Sonntag in Lima eingefallen sind, war das Angebot auch nicht wirklich berauschend. Neben unbekannten Koreanern, 265er Hancook Walzen und bekannt "unbeliebte" Chile-Goodyears war nichts Passendes griffbereit. So sind wir halt unverrichteter Dinge weiter. Schaun wer mal in Trujillo.......

Wir haben im Hof des Hotels Centenario in Huacho übernachtet. Tags darauf gings zurück in die Anden. Kurz nach Barranca war mal wieder eine der unzähligen Polizeikontrollen an der PanAm fällig. Der freundliche Polizeibeamte machte uns darauf aufmerksam, dass wir keine reflektierende Kleber hinten am Auto angebracht hätten. Das sei in Peru Vorschrift....... Er zeigte auch flugs den Gesetzesartikel mit der dazugehörigen gesalzenen Busse. (90 Soles) Beat stellte sich dann an den Strassenrand und schaute den vorbeifahrenden Autos auf den "Hintern". Dummerweise hatte jedes Auto solche Kleber, ist uns aber in dem einen Monat in Peru nie aufgefallen...... Mit Bezahlen von 5 Soles für ein Feierabendbier und der Versprechung die Teile umgehend an das Fahri zu kleben war die Sache dann in Ordnung. Wir haben aber noch heute keine solche Kleber am Wagen, da es die Teile nirgends zu kaufen gibt. Man hat mindestens schon 10 Tiendas abgeklappert. Aber hier in Huaraz wirds dann schon klappen......ojala.

Wir fuhren dann über Pachapaqui in den Nationalpark "Huascarán". Ab der Abzweigung bei Pachapaqui ist die Piste dann "ganz was Feines". In Schieferfels reingesprengte brutal-rüttelnde Superripiopiste. Haut auch schon bei 10km/h bös auf die Weichteile. Und dann erst unser Chassis.......... Da es schon eindunkelte und die Piste keine Anstalten machte runterzugehen haben wir beschlossen abseits der Piste zu übernachten. Ein Blick auf den Höhenmesser machte uns klar, dass es keine gute Nacht werden würde. Läppische 4640m stand auf dem Zähler. Und es wurde keine gute Nacht. Sauerstoffarm, wenig Schlaf, arschkalt und Kopfschmerzen.......... Am Morgen hockten dann zwei "verkaterte" Gestalten und eine quitschlebendige Josi am Zmorgetisch. Tieren scheint die Höhe absolut nichts auszumachen. Das Gassigehen beschränkte sich dann bei -10 Grad Aussentemperatur auf geschätzte 10 Sekunden. Ja, ihr hitzeverwöhnten Europäer, hier in den Anden ist es saukalt........

Wir fuhren dann an den imposanten "Puya Raimondi" vorbei nach Huaraz. Nach einer Dusche und einem üppigen Mittagessen im Hotel Andino gings unseren Köpfen auf den lauschigen 3000 m.ü.M. auch wieder gut.

Da wir momentan zum ersten Mal auf der Reise etwas kränklich sind bleiben wir ein paar Tage in Huaraz. Am 28. Juli ist in Peru Nationalfeiertag.

Anschliessend gehts weiter über Trujillo, Cajamarca Richtung Ecuador.

Eigentlich wollten wir am Montag, 31. Juli weiterziehn, haben zusammengepackt und starteten das Motörchen. Es lief auch sehr gut, aber der Vergaser hat wieder wie verückt Gasolina ausgespuckt. Merde....... Da war dann nix mehr mit weiterfahren. Wird doch langsam Zeit das Nadelventil auszuwechseln. Wir haben dann mal den Vergaser ausgebaut (15 Minuten....) und versuchten mit Marios Hilfe, das Teil in Peru aufzutreiben. Am Donnerstag war dann klar, dass es das Teil hier nirgends gibt. So hat man dann in der Nacht auf Freitag das Ventil in der Schweiz bestellt. Safenwil hatte das Gungsli natürlich nicht an Lager. Es sei auch eine alte Karre, hat es am Telefon geheissen....... Mit viel Suerte haben sie das Teil am 7. August losgeschickt, ojala...... Ende Woche gehts dann hoffentlich weiter. Huaraz ist ja schon schön, aber 3 Wochen müssens dann auch nicht sein.

 

Festung Saqsaywamán, Cusco

 

Festung Saqsaywamán, Cusco

 

Ruinen von Pisaq

 

Josi staunend in Pisaq

 

kurviges zwischen Abancay und Andahuayalas

 

Lagune Pacucha, Andahuaylas

 

Flusstal bei Ayacucho

 

Kakteen bei Ayacucho

 

Plaza de Armas, Ayacucho

 

trostlose Käffer südlich Lima

 

Cordilliera Blanca bei Huaraz

 

im NP Huascarán

 

im NP Huascarán

 

Puya Raimondi, das Ananasgewächs wird bis 100 Jahre alt und kann bis 10m hoch werden, blüht mit bis zu 10 000 Blüten einmal in diesen 100 Jahren und stirbt dann ab. So wie dieses Exemplar. Die Bestäubung übernehmen die Andenkolibris, da es in dieser Höhe keine Insekten gibt.

 

Puya Raimondi im im NP Huascarán

 

Puya Raimondi

 

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