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Huaraz - Trujillo - Cajamarca

Am Samstag morgen war das Packerl endlich da. Da war der Mecanico (Beat) dann für 3 Stunden beschäftigt. Man kann jetzt vom Vergaser essen, so sauber ist das Teil...... Nachdem der Carburador mit neuem Ventil und neuen Dichtungen eingebaut war, bestand er den Funktionstest einwandfrei. So konnte es am Sonntag endlich weitergehen.

Wir sind über den Paso de Kawish nach Chavin gefahren. Auf dem Pass gibt es einen stockdunklen Tunnel, wo gerade Bauarbeiten im Gang sind. Die Helden heben mitten im Tunnel einfach einen 60 cm tiefen Graben aus und stellen dann ein Gerüst in den Weg, damit man den Graben dann queren muss. Haben wir auch gemacht, nur ist leider das Holzbrett gebrochen. Da standen wir dann, mit etwas beängstigender Schräglage. Zum Glück kam dann gerade ein Bus vorbei. Da wir den Weg versperrten, waren die Peruaner dann "gezwungen" zu helfen. Wenn sie an uns vorbeigekommen wären, weiss ich ja nicht, ob........ Jedenfalls mit einem neuen Brett und dem Schieben von 3 Buspassagieren kamen wir dann doch wieder raus, aus der misslichen Lage.

In Chavin wollten wir eigentlich die Ruinen besuchen. Aber wir begutachteten die Sache dann mal von aussen und beschlossen, dass wir uns den Eintritt sparen. Nach Maccu Picchu habens so alte Steinhaufen halt schon schwer, uns zu beeindrucken.........

Wir übernachteten nach Huari abseits der Strasse auf 4100 m. Man schlief erstaunlicherweise recht gut, trotz der Höhe.

Am nächsten Morgen gings dann früh weiter Richtung Laguna Llanganuco. Auf dem Weg dahin, wir machten gerade Pinkelpause, kamen dann Harald und Petra des Weges gefahren, ein Pärchen aus Deutschland mit Land Cruiser. Sie sind in Nordamerika gestartet und fahren Richtung Süden. So kamen wir wieder einmal in den Genuss von nützlichen Adressen und Tipps für unseren weiteren Weg.
Nach einer gemütlichen Plauderstunde gings weiter auf der nun immer kurviger werdenden Strasse. Wieder einmal gings auf über 4500 m.ü.M und wir konnten ein herrliches Panorama auf die Corrdeliera Blanca und die Lagunen geniessen. Wir übernachteten direkt an der Lagune, ziemlich dicht an der Strasse. Trotz des anfangs etwas unguten Gefühls, weil uns ja jeder sehen konnte, wurde es eine ruhige Nacht in der wir herrlich schliefen.
Gut erholt gings weiter Richtung Tujillo. Am Parkausgang gabs dann eine böse Überraschung. Wir wurden an der Schranke gefragt, wo wir herkommen und wo wir geschlafen hätten. Ehrlich wie wir sind, haben wir gesagt von San Luis und an der Lagune. Da wollten die allen ernstes 65 Sol pro Person, das sind über 40 CHF. Uns hat fast der Schlag getroffen. Wenn man bedenkt, dass man für 20 Sol ein Doppelzimmer bekommt........ Beat hat sein Grummel-Gesicht aufgesetzt und mit etwas diskutieren gaben sie sich dann mit der Hälfte zufrieden. Ehrlichkeit kann manchmal ganz schön teuer sein. Für Südamerika gewöhnen wir uns diese, an sich gute, Eigenschaft wohl besser ab.

Wir fuhren dann durch den Cañón del Pato. Das ist eine sehr enge Schlucht. Die beiden Kordilleren-Züge werden nur durch den Rio Santa getrennt. Die einspurige Strasse führt über die ehemalige Bahntrasse, durch über 35 dunkle, enge Tunnels. Schon unglaublich, wo sie früher alles Bahnlinien hingeklotzt haben. Die ganze Strecke ist in, teilweise, senkrechte Felswände reingesprengt. Schon ein besonderes Erlebnis da durchzufahren und sich durchzuhupen!

An der Küste angekommen, wollten wir uns eigentlich irgendwo am Strand ein lauschiges Plätzchen am Strand suchen. Aber nach der 2. Polizeikontrolle, an der uns freundlich mitgeteilt wurde, dass es in dieser Gegend nach Einbruch der Duckelheit "peligroso" sei, sind wir dann gleich bis Huanchaco bei Trujillo gebrettert. Auf der PanAm kamen wir wieder in den Genuss von halsbrecherischen Überhohlmanöver der "IchhattewohlnieeinHirn,oderichhabszuHausegelassen"-Busfahrer. Busfahren ist ja schon billiger als selber zu rötzen, aber ich weiss ja nicht.........

Hier stehen wir nun im Hostal "Huanchaco Garden" auf dem saftig grünen Rasen im Innenhof. Am Sonntag gehts, wenn der Landy will, (grins) weiter Richtung Cajamarca, Cachapoyas und dann ruft schon bald Ecuador nach uns.

Am Donnerstag war mal wieder "grosser" Service-Tag am Landy. Beat ist unter dem Landy umhergerobbt. (ja,ja ihr Landcruiser-Fahrer, ihr wisst ja schon.....) Dabei hat er festgestellt, dass am Verteilgetriebe etwas undicht ist und nicht mehr viel Oel drin ist. Mmhhhh, mit englischen Fabrikaten wird einem schon nie langweilig..........

Am Freitag sind wir dann nach Trujillo gefahren. Sind zu einem "Cambio de Aceite" gefahren und liessen Getriebeoel nachfüllen und die Undichtigkeit mit einer neuen Dichtung fixen. Anschliessend haben wir die diversen Pneuschuppen nach neuen Reifen abgeklappert. Hat eigendlich sehr viele Neumatico-Tiendas in Trujillo, aber das mit der Dimension R 16 ist etwas schwierig in Peru. Unsere Favoriten BF Goodrich und Dunlop sind nur mit R 15 erhältlich und wenn dann zufällig ein R 16 erhältlich wäre, ist es dann ein Goodrich "Made in Colombia". Und mit südamerikanischen Gummiprodukten sind wir nach den schlechten Erfahrungen mit den "Made in Chile"-Finkli jetzt etwas vorsichtig. Schlussendlich haben wir uns dann für vier Michelin LTX A/T 245/75, Made in USA entschieden. Der Spass hat uns flockige 173 Dollar pro Pneu gekostet. Die breiteren Reifen passen schon etwas besser an unser Fahri , als die Goodyear-"Wienerli"..............

Am Sonntag gings dann weiter Richtung Cajamarca. Erst Sonntags, weil wir am Freitag noch eine nette Bar gefunden haben, wo es die ach so leckeren Caipirinhas gibt. Da unser Vorrat an Cachaça erschöpft ist, blieben wir noch einen Tag um am Samstagabend noch etwas weiter zu "schlemmen". Klingt jetzt vielleicht etwas süchtig, ist es aber nicht, man ist Geniesser.......grins

Unser Huanchacho Schlemmertip : Im Restaurant Azuelo lecker gegrillte Sachen schlemmen und in der Bar Sabre den Abend mit dem Einen oder Anderen Caipi ausklingen lassen. Liegen beide an der Uferpromenade, unweit des Huanchaco Garden. Vorallem wenn man den "Anderen" zu sich genommen hat, ist das ganz praktisch........

Die Strecke nach Cajamarca führt auf der PanAm durch karge Wüstenlandschaft und ab der Abzweigung ins Landesinnere an einem grossen Stausee vorbei und anschliessend durch Reisfelder.

Cajamarca war früher ein wichtiger Kult- und Festungsplatz der Inka. 1532 marschierte Francisco Pizarro, ein analphabetischer Schweinezüchter, mit seinem kleinen spanischen Heer in der Stadt ein. Bei einem Handstreich nahm er den Inka-Herrscher Atahualpas gefangen. Atahualpa hoffte, durch Zahlung eines Raumes voller Gold, sich von den goldgeilen Spaniern freikaufen zu können. Die Inka schleppten Tag und Nacht Gold herbei, das die Spanier an Ort und Stelle zu transportfähigen Barren einschmolzen. Trotz der Zahlung des Lösegeldes wurde der Inka-Herrscher auf der Plaza de Armas hingerichtet. Das war der Anfang vom Ende des Inkareichs. Schon wieder Scheiss-Spanier.......

Sonntag Abend kamen wir in Cajamarca an. Beat stellte sich an den Strassenrand, hielt ein Taxi auf und bat den Fahrer, uns zum Hotel "Hacienda San Vicente" zu lotsen. Hat er dann auch gemacht. Nur dauerte die ganze Aktion dann locker eine Stunde, da der Fahrer wohl keinen Schimmer hatte, wo das Hotel wohl liegt. Man fragte zwar und die Antwort war : "Si, no problema". Aber das heisst bei Peruanern eben nicht unbedingt das Gleiche, wie bei uns.........

Jenu, man ist dann doch noch beim Hotel angekommen. Hier campen wir auf dem Parkplatz. Tags darauf sind wir bisserl durch die Stadt geschlendert, haben die unzähligen Kirchen besichtigt und wollten noch Schuhe für Beat kaufen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Wenn man im Schuhgeschäft mal flockig fragt, ob sie Grösse 45 haben, schauen sie Einem an, als ob man vom Mars kommt. okok, lassen wir das mit dem Schuhekaufen in Peru.......

Am Dienstag gehts weiter Richtung Cachapoyas zu den Ruinen von Kuélap.

 

Morgentlicher Blick aus dem Fenster bei San Luis

 

der Eselflüsterer........

 

N. Huascarán, mit 6768 m.ü.M. der höchste Gipfel der Cordilliera Blanco.

 

Laguna Llanganuco, Huaraz

 

Unterwegs im Cañón del Pato

 

Unterwegs im Cañón del Pato

 

Cañón del Pato

 

ds Yoghurt-Josi.......mmhhh lecker!

 

Panorama bei den Lagunen Llanganuco, Huaraz

 

Panorama bei den Lagunen Llanganuco, Huaraz. Sehr kurvige Sache das......

 

Hostal Huanchaco Garden

 

Unsere neuen Michelin-"Walzen"

 

Portal des Casa de los Santisteban, Cajamarca

 

Plaza de Armas mit Kathedrale, Cajamarca

 

Plaza de Armas mit Iglesia San Francisco, Cajamarca. Der koloniale Brunnen soll aus einem Stein geschlagen sein. Mmhh, grosses Stein.......

 

Cuarto del Rescate (Lösegeldzimmer), das älteste Gebäude der Stadt. In dieses Gebäude wurde das Gold für den Inka-Herrscher gebracht.

 

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