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Cajamarca - Chachapoyas

Am Dienstag nahmen wir den beschwerlichen Weg nach Chacapoyas unter die neuen Finken. Die miese Piste führt über 3 Pässe, meist einspurig yungamässig an tiefen Abgründen vorbei durch schöne Landschaften. Teilweise fühlt man sich leicht an die Schweizer Alpen erinnert, wenn man an saftiggrünen Weiden und Milchsammelstellen vorbeihopert. Die Piste ist bis jetzt wohl der Gipfel der miesen Pisten, die wir bis jetzt gerumpelt sind. Anfangs haben wir noch über die Top-Schotterpiste Ruta 40 geschnödet. Nehmen wir hiermit zurück! Da wussten wir noch nicht, was Peru so für Leckerlis bietet. Bis Celendin gehts ja noch, dann wirds übel und ab Leimababa gibts gar keinen Ausdruck mehr dafür. Hier hat es gar keinen Sinn, den Schlaglöchern auszuweichen. (da nicht möglich, hat so viele.....) Hier gibts nur eins, superlangsam fahren und die Stösse in die Bandscheiben stoisch erdulden. Unser Landy hat jetzt einen neuen Namen : Tanzbär!

Wir übernachteten dann bei Balsas abseits der Piste. Tags darauf gings dann von 1000 auf 3600 m.ü.M. über den letzten Pass. Auf der Passhöhe kamen uns noch zwei Motorradfahrer aus England entgegen. Sind wohl irgendwie crazy, die Engländer, denn diese Exemplare waren mit Strassenmaschinen unterwegs. In Leimabamba besuchten wir das empfehlenswerte Museum am Dorfeingang. Es bietet guterhaltene Fundstücke der Chachapoya, unter anderem 212 Mumien.

Das Indianervolk der Chachapoya drang im 9. Jahrhundert wahrscheinlich aus Kolumbien in den Nordosten Perus ein. Es bildete am Andenabhang Fürstentümer. Die Siedlungen liegen auf Bergspitzen, -kuppen oder -graten. Es war das einzige Volk, das die Inka nie wirklich unterwerfen konnten. Sie waren starke Krieger, da sie allen peruanischen Völker staturmässig überlegen waren.

Da wir keinen geeigneten Schlafplatz fanden, fuhren wir dann gleich durch zu den Ruinen von Kuélap. Dort kamen wir abends um 8 Uhr an. Wir hatten das besondere Vergnügen die Strecke von Tingo zu den Ruinen bei Dunkelheit zu fahren. Denn das ist auch ein ganz feines Leckerli. Schmal, ausgedehnte Schlammpassagen und wieder "unendliche" Abgründe, die man bei Dunkelheit zum Glück nicht sieht.......

Wir übernachteten auf dem Parkplatz der Ruinen. Tags darauf besichtigten wir dann die Festung von Kuélap. Die ganze Anlage liegt auf 2900 m.ü.M., misst ca. 600 x 110m und ist mit einer bis 20m hohen Befestigungsmauer umgeben. Es gibt nur 3 schmale Eingänge. Im Inneren gibt es verschiedene Stadtviertel und Verteidigungsplattformen. Die ganze Anlage wird momentan im grossen Stile restauriert. Auch die Zufahrtsstrasse wird ausgebaut. Sie haben wohl vor, etwas mehr Touristen anzulocken. Nach Macchu Picchu war das ja mal ein positives Erlebnis. Eine archäologische Top-Sehenswürdigkeit in Peru ohne Touristen, mit 11 Sol ungemein günstig, superfreundlichem Personal und ohne Hundeverbot. Gell, da staunst du Namus! In ihrem besten Jahr, hatte die Anlage 10000 Besucher pro Jahr. Macchu Picchu hat das in einer Woche..........

Am Mittag gings dann weiter nach Chachapoyas. Hier übernachten wir im Hof des Hotel Kuélap.

Anschliessend gehts über Jaén, San Ignacio nach Ecuador.

 

bei Balsas

 

Rio Marañón bei Balsas

 

Tontöpfe der Chachapoya, Museum Leimebamba

 

Calendario Historia, Museum Leimebamba. Damit wurden früher wichtige geschichtliche Ereignisse festgehalten. Mit Knoten, verschiedenen Farben, Abstände etc. Komplizierte Sache das........

 

Mumien der Chachapoya, Museum Leimebamba. Bei der Laguna de Condores wurden in einer Begräbnisstätte 212 Mumien in Hockstellung gefunden.

 

 

vorne Tragkörbe für die Mumien, im Hintergrund Replikas der Sarkophage von Karajía

 

Replikas der Sarkophage von Karajía

 

Festung Kuélap

 

Festung Kuélap

 

Haus innerhalb der Festung Kuélap

 

Festung Kuélap

 

 

 

 

Einer der 3 sehr engen Eingänge der Festung Kuélap. Sehr schlaue Konstruktion zur Verteidigung.

 

restauriertes Wohnhaus der Chachapoya, Kuélap

 

Kuélap

 

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