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Bogotà - Cartagena - Quito


Wir fuhren über die gut ausgebaute Strasse Richtung Manizales. Kurz vor Honda verliessen unseren Landy bei einem Überhohlmanöver urplötzlich seine Kräfte und der Motor ging aus. Nach etwas "Chüderlen" sprang er dann wieder an. In Honda, mitten auf einer Kreuzung ging dann gar nix mehr. Irgendwie uncool, aber immerhin verweigert unser Landy immer nur dann die Weiterfahrt, wenn auch gleich ein passendes Abschleppfahrzeug zur Stelle ist. So hingen wir mal wieder an einem Abschleppseil, das uns zum örtlichen Mecanico geschleppt hat. Dort wurde dann der völlig verdreckte Benzinfilter ausgewechselt. Nach einer 500m-Probefahrt gings dann am Abschleppseil wieder zurück zur Garage. Das Problemchen lag leider etwas tiefer. Und zwar ganz tief im Benzintank verborgen. Die Benzinpumpe hat den Dienst quittiert. Da wurde dann südamerikanisch etwas brachial der Tank demontiert, die Benzinpumpe rausgenommen und durch einen Schlauch ersetzt. Wir dachten noch "no Problema", da wir ja eine externe Ersatzpumpe dabeihaben. Aber die hat dann nach 5 Minuten die Flinte ins Korn geworfen. Mhhh, nimmt man Ersatzteile mit, die dann doch nicht funktionieren.......... Am nächsten Tag kam der Mecanico dann mit einer neuen Pumpe "Made in Japan" an, die Beat und vorallem Mario dann eingebaut haben. Und die funktioniert sogar. Muchas gracias, Mecanico Mario!

Wir fuhren dann die kürzere Strecke über Dorada nach Medellin. Sie führt durch Guerrillagebiet und wird vom Millitär streng bewacht. Fast alle 2 Kilometer gibts eine Millitärkontrolle, teilweise sogar mit Panzern. Abends um sechs trudelten wir in Medellin ein, da wir ausserhalb der Stadt keinen sicheren Übernachtungsplatz gefunden haben. Nach 2 Stunden Suchen liessen wir die Landys auf einem bewachten Parkplatz und quartierten uns im Hostal Plaza ein, da wir auf dem Parkplatz nicht campen durften, obschon Steffi ihren Charme spielen liess. Ihr Charme nützte insofern, dass wir am folgenden Tag nichts für das Parken zahlen mussten. Damit war dies eine günstige und komfortable Übernachtung.

Wir fuhren dann weiter Richtung Norden und übernachteten neben einem Restaurant. Die danebenliegende Brücke wird von der Polizei dauernd bewacht. Damit war das ein relativ sicherer Übernachtungsplatz.

Nördlich Medellin führt die Strasse über einen Pass, wo es wie in der Schweiz aussieht. Saftig grüne Wiesen, mit schwarzweissen Kühen. Auf der anderen Seite des Passes geht es ins Tiefland Kolumbiens. Die Strasse führt steil bergab, somit war man wieder hinter einer Herde Lastwagen "gefangen". Es wurde dann schnell einmal warm und feucht. Wir fuhren bis Pueblo Nuevo und übernachteten im Garten der Posada del Sol.

Nach einem Erhohlungstag am Pool der Posada trudelten wir in Cartagena ein. Dort ging die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz los. Die Plätze, die man fürs campen fand, waren entweder unschön, an der prallen Sonne und meist auch relativ teuer. Ok, Cartagena in der Hochsaison kann man nicht wirklich als preiswert bezeichnen. Manche Hotels verlangen über 200 000 Pesos (100$) für ein Hotelzimmer. Wir fanden mit Glück ein AirCon-Doppelzimmer für 50 000. Und AirCon braucht man hier wirklich. Schon unglaublich, die Temperaturen hier. Abends um 9 ist es immer noch flockige 28°.

In Cartagena ist zur Zeit gerade Karneval und Miss Kolumbien-Wahl. Dementsprechend voll ist es in der Stadt. Wir schlenderten und schwitzten uns durch die wunderschöne Altstadt und schauten uns den Karnevalsumzug an.
Weiter besichtigten wir noch die "Trutzburg" Castillo de San Felipe, von wo man einen schönen Blick über Cartagena und Bocagrande hat. Sie schützte die Hafeneinfahrt und das sehr erfolgreich. Aber kein Wunder, wenn man die rustikal, massive Bauweise anschaut.

Wir blieben eine Woche in Cartagena. Wir wollten eigentlich noch weiter nach Santa Marta, wo es karibische Traumstrände geben soll. Aber die Hitze, die Hochsaison und weitere Strassenmaut-Stationen hat uns dann dazu gebracht wieder südwärts zu fahren.

In Cartagena trennten sich die Wege von Mario/Steffi und uns. Die zwei nehmen ein Frachtschiff nach Costa Rica und fahren bis Alaska.

War eine schöne Zeit mit Euch. Häbet Sorg u hasta luego ir Schwitz!

Wir fuhren dann wieder Richtung Medellin. Unterwegs mussten wir mal wieder das Chassis vom Landy schweissen lassen. Auf der einen Seite war es angerissen und auf der anderen leicht durchgerostet. Da die Schweisserarbeiten mal locker 3 Stunden dauerten, mussten wir zwangsläufig eine Stunde durch das nächtliche Kolumbien heizen. Aber wenn sonst nix mehr zwackelt, fährt man halt nachts durch Kolumbien.........

Wir übernachteten wieder in der Posada in Pueblo Nuevo. Anderntags gings dann wieder ins angenehm kühlere Hochland. Man übernachtete bei einer Militärkontrolle. Anschliessend kurvten und hupten wir uns durch das Verkehrsgewühl von Medellin und rötzten bis Manizales. Die Stadt ist das Zenrum des Kaffeeanbaugebiets von Kolumbien. Es ist aber eine ziemlich hässliche Grossstadt inmitten schöner Landschaft. Mangels Alternativen residierten wir mal wieder in einem Stundenhotel. Da uns Manizales gar nicht gefiel bretterten wir am nächsten Tag gleich weiter nach Cali, wo wir ausserhalb der Stadt in einer Bungalowanlage campierten. Irgendwie waren wir fahrerisch ganz gut drauf, darum rauschten wir dann gleich in 2 Tagen weiter zur Grenze nach Ecuador. Die Grenze passierten wir ohne Probleme und ohne Drogenkontrolle und resiederten kurz nach der Grenze im Stundenhotel "Motel Genesis". Tags darauf heizten wir dann glatt nach Quito. Wobei glatt etwas übertrieben ist. Bei einem Überhohlmanöver, wo es steil bergauf ging, riss mal kurz das Gaskabel. Eher unschöne Sache das, wenn man eine Horde verständnisloser "Möchtegern-Montoyas" am Arsch und eine Herde noch verständnisloserer Truckerfahrer auf der Gegenfahrbahn hat. Aber irgendwie hat man es doch überlebt und dann war kreatives Basteln angesagt. Aber mit den guten Ideen von "Chefmechaniker" Sarah und der Bastelfertigkeit von "Mecanico" Beat lief die Kiste nach einer Stunde wieder. Irgendwie hat Land Rover schon keinen Sinn für praktische Lösungen. Man muss ein spezielles Gaskabel kaufen, dass schätzungsweise nur auf einen Landy passt. Wir bauten schliesslich das Choke-Kabel aus und bastelten und knüppelten es irgendwie an beiden Enden fest und fuhren dann nervlich etwas angespannt nach Quito. Hälts oder hälts nicht......... Nach dem Erlebnis auf der Landstrasse hätten wir nicht unbedingt auf einer Kreuzung mitten in Quito stehenbleiben wollen. Kam noch dazu, dass es wie aus Kübeln schüttete und die Strassen eher wie reissende Flüsse aussahen. Aber man kam gut im Hostal FerReisen an, was wir auch auf Anhieb gefunden haben. Man(n) kennt sich schon bisserl aus in Quitscho.......

 

zwischen Bogotà und Medellin

 

was Schweizerisches nördlich von Medellin

 

Altstadt Cartagena mit Kathedrale

 

Altstadt Cartagena

 

Altstadt Cartagena

 

Karneval in Cartagena

 

Karneval in Cartagena

 

Bocagrande bei Cartagena

 

Castillo San Felipe, Cartagena

 

Castillo San Felipe, Cartagena

 

Castillo San Felipe, Cartagena

 

Castillo San Felipe, Cartagena

 

Panorama vom Castillo San Felipe


 

möchte ich lieber nicht im Auto haben......

 

Verkehrsgewühl in Medellin

 

Manizales, Kolumbien

 

Kaffeeplantagen bei Manizales

 

bei Pasto, Südkolumbien

 

ein Schild, dass man in Kolumbien leider allzuoft sieht, Strassenmaut

 

Stundenhotel im Norden von Ecuador. Saubere Zimmer und die Geräuschkulisse ist sagen wir mal "anregend".

 

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