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Puno - La Paz - Potosi - Tarija


Wir blieben 2 Nächte im "Libertador" und machten den obligaten Bootsausflug zu den schwimmenden Inseln der Uros. Nett anzusehen, aber schlussendlich ist es doch nur noch ein "Touristenmarkt". Wir hatten Glück mit dem Wetter, am nächsten Tag hagelte, gewitterte es wie verückt. Die Inseln bestehen aus zusammengebundenen Schilfbündeln, die jährlich erneuert werden müssen, da sie sich mit Wasser vollsaugen und langsam untergehen. Das Volk der Uros lebte schon zu Zeiten der Inkas auf den Schilfinseln. Sie betrieben Ackerbau und Fischfang und waren vom Festland unabhängig. Dadurch konnten sie von den Inkas auch nicht unterworfen werden. Der letzte reinrassige Uro starb 1957. Die heutigen "Uros" leben nur noch vom Tourismus.

Wir fuhren dann über die gute Asphaltstrasse nach Copacabana, Bolivien. Der Grenzübertritt verlief schnell und unkompliziert. Wir übernachteten im Hostal "La Cupula" und liessen uns im sehr guten Restaurant kulinarisch verwöhnen. In Copacabana war die "Hölle" los. Vom 31.1. - 3.2. feierten sie die "Fiesta de la Virgen de la Candelaria". In der Schweiz ballern wir an Festen ja auch gerne mit Feuerwerk. In Bolivien ist es eine Spur heftiger. An einem Hang, oberhalb des Ortes feuerwerken sie mit Dynamit, damit auch ja jeder weiss, dass ein Fest im Gange ist...........
Die Strassen sind voll von Menschen und ein "endloser" Umzug mit festlich geschmückten Frauen und Männern mit lauten Blasmusik-Combos zieht durchs Dorf. Und dies fast 24 Stunden am Tag. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Am Sonntag machten wir uns dann auf Richtung La Paz ins Hotel Oberland. Da standen schon zwei Womis. Ein für uns riesiger Mercedes Phoenix und ein Hymer. Wir wunderten uns schon ein bisserl, mit was für Fahris die Leute durch Südamerika fahren........ Wir dachten ja schon wir hätten viele Probleme mit unserem Auto gehabt, aber wie sichs raustellte gehts noch etwas gröber. Die Phoenix-Piloten hatten schon nach 10 Tagen in Süedamerika einen Motorschaden und seitdem spukt die Motorelektronik und schaltet immer in den "Notmodus". Da das Teil auch noch ein Automat ist, schafft das 7m-Teil nicht mal mehr den kleinsten Hügel. Sehr uncool sowas in Südamerika. Sie standen jetzt schon einen Monat in La Paz und warteten auf Elektronik-Teile aus Germany. Das zweite Mal wunderten wir uns über Mercedes, was für Motörchen sie in so riesen 6 Tonnen-Wohnmobile einbauen. Ein 2.7 Liter Diesel mit 160 PS.......

Nach einem ausgedehnten Einkaufsbummel durch La Paz bretterten wir über die sehr gute Asphaltstrasse nach Potosi. Und gleich weiter Richtung Tarija. Kurz nach Potosi wird die Strasse dann ziemlich schlecht. (Ripio) Dies gefiehl dann unserem "Lord of the Darkness" nicht mehr so gut. Nach 60km Ripio zeigte er den ersten Schwächeanfall. Der Motor ging während dem Fahren aus. Und liess sich auch nicht mehr starten. Aber der nun schon "erfahrene" Mecanico Beat sagte No Problema und mechte mal los. Nach Ersatz der Zündkabel lief die Kiste wieder. Aber nur cirka 40 km...... Da standen wir wieder am Strassenrand. Na denn, dann ersetzen wir halt die Zündkerzen. Damit lief der Landy weitere 20 km, da war wieder Schluss. Nichts ging mehr. Mhmmmm, dann wohl vielleicht ein Vergaserproblem? Also Vergaser ausgebaut und geputzt. Damit fuhren wir dann genau 400 Meter. War wohl auch nicht das Problem...... Somit waren wir dann auch mit unserem Latein am Ende. Also suchten wir ein Fahrzeug, dass uns zum 60 km entfernten Mechaniker schleppen sollte. Bolivianer sind eigentlich sehr nette Menschen aber nicht wirklich hilfsbereit. Wir sprachen mit 2 Bolivianern wegen dem Abschleppen. Sie sagten, das sei schwierig....... 2 Minuten später bretterten sie mit ihrem riesen Lastwagen an uns vorbei und winkten. Super, was soll man da noch sagen!!!! Nach zwei Stunden hielt dann doch ein Camion und erklärte sich bereit, uns für 100 Dollar nach Potosi zu schleppen. Das hiess 120 km Ripio, 1000m Höhenunterschied und 8 Stunden Staubfressen. Wir kamen Nachts um 12 in Potosi an und übernachteten an einer Tanke. Am Morgen liess sich unser Landy erweichen uns ins Hotel Tarija zu fahren. Da wir uns beide etwas krank (Staubüberdosis?) fühlten und Sonntags eh alles zu ist, legten wir uns noch eine Runde ins Bett. Am Montag klapperten wir dann die Mecanicos in Potosi ab, aber auch da wollte uns niemand helfen. Wenn sie was nicht kennen, lassen sie lieber die Finger davon und schicken dich zu Nächsten. Land Rover sind in Bolivien eher dünn gesät........

Also mussten wir uns wieder selber helfen. Wir klapperten die Repuesto-Tiendas ab und deckten uns mit Kabel und einer neuen "Bombina" ein. Keine Ahnung, was das auf Deutsch heisst, aber es ist das Teil vor dem Zündverteiler. Beat mechte dann im Hotel das Teil rein und ersetzte alle Kabel und Steckverbindungen, die zu dem Teil führen.

Merke, in Südamerika helfen dir nicht viele Leute, also sollte man mechanikermässig relativ fit sein und auch die "richtigen" Ersatzteile dabeihaben. Das zweite ist relativ schwierig, aber als Grundsatz: Treibstoff und Strom sollten immer fliessen.........

Tags darauf machten wir dann eine Stadtrundfahrt und fuhren durch jedes Schlagloch, das wir fanden. Kaum zu glauben, wenn du mal Schlaglöcher suchst, findet man praktisch keine. Also rumpelten wir halt über die zahlreichen Lentos. Und oh Wunder, der Motor lief und lief. Die ganze Odysee dauerte zweieinhalb Tage, an der wir ein paar Mal an unsere nervlichen Grenzen stiessen. Den Landy zieren jetzt ein paar Dellen mehr im Kotflügel.........

So beschlossen wir, wenn auch mit gemischten Gefühlen, das Abenteuer Tarija noch einmal zu wagen. Die ersten 100 km Ripio fuhr man wie auf Eiern und ziemlich angespannt. Sarah drückte beide Daumen und machte ein konzentriert, verkniffenes Gesicht. Und wenn ich mal zum Pinkeln an den Strassenrand fuhr, sah sie Einem mit grossen Augen an. Eh Schatzeli, muss nur Pipi machen.........

Jedenfalls kamen wir nach 1.5 Tagen und fast 400 km ohne Probleme in Tarija an. Somit kann man wohl sagen, wir haben das Wehwechen gefunden und behoben.

Die Strecke Potosi - Tarija ist landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich. Sie führt durch "Wildwest-Landschaften", über karge Pässe und durch wilde Flusstäler. Momentan wird die Strasse zu einer Betonpiste ausgebaut, aber es gibt noch viel zu tun.

Hier residieren wir mal wieder in einem 4-Stern Hotel (Hotel Los Ceibos) auf dem Parkplatz. Diesmal für "günstige" 100 Bolis inkl. Duschen, Pool, Wifi.......

 

man war Artesanomässig schon bisserl fleissig.......

 

alles aus Schilf......

 

schwimmende Inseln bei Puno

 

schwimmende Inseln bei Puno

 

Schilfboottour, arbeiten tun nur Frauen und Kinder......

 

schwimmende Inseln bei Puno

 

verhagelt in Puno

 

Copacabana, Bolivien

 

Basilica, Copacabana

 

Fiesta de la Virgen de la Candelaria, Copacabana

 

Fiesta de la Virgen de la Candelaria, Copacabana

 

Fiesta de la Virgen de la Candelaria, Copacabana

 

Titicacasee

 

Fähre bei Copacabana

 

wieder einmal La Paz......

 

wieder einmal ein Fondue.......

 

wieder einmal Mecanico......

 

zwischen Potosi und Tarija

 

zwischen Potosi und Tarija, bei Camargo

 

zwischen Potosi und Tarija

 

bei Tarija

 

Tarija

 

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