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Tarija - Salta - Posadas - Iguazú


Wir sind nur eine Nacht in Tarija geblieben. Die angenehme Kleinstadt mit der schönen Plaza und dem guten Wein lohnt zwar für einen längeren Aufenthalt. Aber langsam spürt man einen leichten Termindruck, SCHEISSE; WIR HABEN WIEDER TERMINE!!!!!!!, und in der Stadt war wieder einmal ein lautes Fest im Gange. So sind wir dann gleich weiter zur argentinischen Grenze gefahren.

Bis jetzt waren Grenzübertritte meistens locker und easy vonstatten gegangen, aber nordargentinische Grenzbeamte sind sogar noch um einiges schlimmer als chilenische. So verlangten die höchst unfreundlichen Grenzer-Luschen doch aller Ernstes, dass wir den ganzen Wagen ausräumen und unseren Karsumpel zu ihren Tischen zur Kontrolle hintragen sollten. Sarah erklärte ihm dann überfreundlich, dass dies ein Casa Rodante sei und das es Stunden dauern würde. Und ob er nicht einfach im Auto kontrollieren möchte. Der ach so freundliche Grenzfutzi gab dann zur Antwort, man solle ihm nicht sagen, wie er seinen Job erledigen sollte...... Als Beat gerade mit dem Landy die Grenze blockieren wollte und die Sachen dort rausfummeln wollte, zeigte er sich plötzlich kooperativ und kontrollierte dann innert 10 Sekunden unser Fahri. Mhmmm, wiso nicht gleich so...... 1 km weiter war dann die Migracion und die Aduana. Nicht eine Spur freundlicher und ja sowas von korrekt. Der gute Mann kontrollierte und befingerte unsere nachgemachten Nummernschilder. Ob die denn echt seien? Si, si, claro!!!!
Wirkte nicht ganz überzeugt, aber füllte jedenfalls den Wisch aus und liess uns einreisen. Etwa 10 km später war dann noch einmal eine Gepäckkontrolle und auch da verlangten die Schluffis, dass wir die ganze Karre ausräumen. Da konnten wir dann schlagartig gar kein Spanisch mehr. Man bröselte mit starkem Akzent "No entiendo". Nach 10 Minuten und etwa 20 "No entiendos", sagte er dann man solle die Türe öffnen, er wolle innen kontrollieren. Komischerweise haben wir das dann sofort verstanden und innert einer Zehntelssekunde war die Türe offen......

Dieser Grenzübertritt war nervlich gesehen ziemlich grenzwertig..........

Wir fuhren dann noch 80 km und hechteten gleich in den ersten Campinplatz rein. Supi, man ist wieder in Argentinien, da gibts in jedem Kuhdorf einen voll ausgestatteten Campingplatz.

Tags darauf machten wir uns auf den Chaco zu durchqueren. Die ersten 200 km wars ja noch kein Problem, da wir auf einer brandneuen Asphaltstrasse dahinglitten, aber dann kam plötzlich ein Schild "Fin de pavimento". O ohhhh, Regenzeit und kein Asphalt, sehr uncool! Vor uns breitete sich bis zum Horizont eine klebrigfeuchtschlammige Erdpiste aus. Naja, man fährt ja Landy und versuchen kann man es ja mal....... Aber nach 800m wars dann schon vorbei mit lustig durch den Matsch driften. Das linke Hinterrad war bis zur Achse im Matsch verschwunden. Na kein Problem, man hat ja eine Schaufel...... Aber schon das Rumlaufen barg so seine Probleme, wenn man fast bis zu den Knien versinkt. So dreckelte man dann eine Viertelstunde und legte etwas Holz unter die Räder. Aber mindestens 2 Räder drehten immer durch und damit war nix mit selber rausfahren. Aber glücklicherweise ist man in Argentinien. Da sind die Leute schon massiv hilfsbereiter als in anderen Ländern Südamerikas. Der zweite Fahrer, der mit seinem Wagen vorbeidreckelte, fragte von sich aus, ob er uns rausreissen solle. Und schwupps war man wieder fahrbereit.
Wir machten dann kehrt, da diese Schlammpiste noch 15km lang sein sollte. So röndelten wir wieder zurück nach Pinchada und von dort südwärts nach Salta. Im Camping Municipal trafen wir wieder "Nichtswieweg's" Anita und Roger.

Am Abend grillte man mal wieder......

Wir blieben 6 Nächte in Salta und organisierten unsere Heimreise. Nach dem 10ten Mail an den Grimaldi-Agenten Turner in Buenos Aires, schrieb er, oh Wunder, auch mal zurück. Nachdem die Schiffspassage fürs Oeuteli gefixt war, buchte man Lufthansa-Flüge für uns und Josi und eine Wohnung in Buenos Aires. Mhhmmm, jetzt hat man definitiv wieder Termine........Snieffffffff

Nach diesen "anstrengenden" Tagen in Salta mit Organisieren, Fleischbergen grillen und argentinischem Wein verkosten machten wir uns auf den Chaco ein weiteres Mal zu durchqueren. Diesmal gelang es locker flockig, da alles Asphalt und trocken. Fahrerisch ist es aber die Hölle, von Salta bis Posadas (ca. 1000km) ist es nur flach und die Strasse geht meist geradeaus.

Kurz nach Corrientes hielt uns irgend so ein Municipal-Futzi (Art bussenverteilender Hilfspolizist) an, und faselte was von fehlender Stossstange hinten. Mhmmm, das ist ein Land Rover - Pick up und die haben hinten keine Stosstange. Das sei egal, in Argentinien sei das Vorschrift und koste 400 Peso Busse. Wir sollen ihm zurück in die Stadt folgen. Er wollte dann mit unseren Dokumenten auf sein Töffli steigen und losfahren. Beat brüllte ihn dann mit 120 Dezibel an und war nahe dran ihn vom Töffli runterzuschlagen. Dezent eingeschüchtert händigte er uns dann die Dokumente wieder aus und fing an zu handeln. Wir kämen ohne Busse davon, wenn wir 150 Peso bezahlen würden. Aber der gute Mann hat einen Grundsatz nicht ganz geschnallt. Handeln tut wenn schon das "Opfer". Ok, der Mann war fast zwei Köpfe kleiner als Beat, da kann die "Opferrolle" schon etwas unklar sein.......... Beat stauchte in verbal noch einmal zusammen und wir fuhren ihm dann einfach davon. Bei einem "richtigen" Polizisten, wären wir wohl nicht so glimpflich davongekommen. Mhmmm, wir dachten die korrupten Beamten kämen erst in Entre Rios........

Man kam dann ohne weitere Probleme im Glutofen Posadas an. Der Besitzer des Campings meint zwar es sei kühl für die Jahreszeit, aber wir schwitzen 24 Stunden pro Tag und heute sahen wir uns gezwungen, uns einen riesen Ventilator zu kaufen. Kleine gibts leider nicht.......

Wir blieben zwei Nächte in Posadas und fuhren dann weiter Richtung Iguazu. Unterwegs fing der Landy dann komisch an zu stottern und an den unzähligen Steigungen war die Kraftentfaltung als ungenügend zu bezeichnen. Nachdem wir den Benzinfilter ausgebaut hatten, sahen wir dann die Bescherung. An der letzten Tanke hatten sie uns wohl den letzten Bodensatz verkauft. Der Filter hatte Ähnlichkeit mit einem Stück Holzkohle und das Benzin, das wir aus dem Tank pumten, sah irgendwie nicht mehr richtig brennbar aus. Vielen Dank an die Markentankstelle YPF......

In Puerto Iguazú fuhren wir auf den etwas teuren Camping Americano. Liegt 5 km ausserhalb, aber bietet sehr viel Schatten, was in Misiones auch nicht zu verachten ist.

 

Hotel "Los Ceibos", Tarija

 

südlich von Tarija

 

Dschungliges südlich von Tarija

 

Regenzeit = Erdrutschzeit

 

Mhmmm, versuchen kann mans ja......

 

Wagentieferlegung mal anders......

 

MEH DRÄCK ! ! ! !

 

Ländyfinger

 

Chaco, gross und flach

 

 

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